Montag, 12. September 2011

Sonntag, 11. September 2011

Langsam wird die Sache mit dem Wasser mühsam. Auch heute haben wir immer noch kein fliessendes Wasser, weder oben in der Wohnung, noch unten im Hof. Duschen kann ich mich zwar noch mit dem Eimer, doch für die Klospülung reicht’s dann nicht mehr. Ich mampfe anschliessend am Stubentisch mein letztet Brot vom Donnerstag mit Tartina, welches danach dann auch aus ist.
Etwas später schaut Clémante vorbei, unsere Vermieterin, um ein Papier zur Wohnungsübergabe, d.h. wo der Wohnungszustand schriftlich festgehalten ist, von uns unterschreiben abzuholen. Sie hatte uns dies bereits vor einer Woche ausgehändigt und wir haben es in der Zwischenzeit gelesen, kontrolliert und unsere Bemerkungen dazu notiert. Es sind Kleinigkeiten, die wir geändert haben möchten, die aber dennoch, will man den Zustand der Wohnung adäquat beschreiben, abzuändern sind. Kein Problem, sagt sie und wir ändern die Sachen von Hand und unterschreiben dann. Anschliessend hilft sie uns noch, Wasser zu besorgen. Dazu beauftragt sie ihren jüngeren Cousin, mich mit an den Brunnen unten im Tälchen mitzunehmen und mir zu helfen, dort Wasser zu schöpfen.
Eigentlich gefällt mir die ganze Sache sehr gut. So komm ich endlich einmal in diese Zone, in die ich mich sonst weniger gewagt hätte - nicht aus Angst, sondern aus Respekt vor der Leuten, in dessen Gärten und Wohnungen ich sonst versehentlich hineingetreten wäre. Also steigen wir zu zweit hinunter, einen etwas glitschigen, steilen und kurvenreichen Weg, der aber bald an ein Ende kommt. Hier füllt mir mein Nachbar den Eimer mit Wasser, bevor er sein Gefäss ebenfalls in den Brunnen taucht. Beim Hochgehen oder besser Hochklettern trägt er das Wasser auf dem Kopf, was schon ziemlich beeindruckend ist. Da ich ein Tuch für zwischen Kopf und Eimer vergessen hatte, trage ich den Eimer seitlich, was aber sehr anstrengend ist, da es doch steil hoch geht. Beim zweiten Mal habe ich mir ein Tuch geholt und Lena ist nun auch dabei mit einem kleineren Gefäss. Wir sind schon eine ziemliche Attraktion: Zwei Weisse, die da vom Wasserloch hoch kommend Wasser auf dem Kopf tragen und sich dabei die ganze Zeit mit Wasser übergiessen.  Aber so viel haben wir am Ende gar nicht verschüttet.
Zum Mittagessen macht Lena uns Pfannkuchen, ich uns einen Couscous mit Zwiebeln und Avocado, an Öl und Zitronensaft, gewürzt mit Salz, Pfeffer und etwas Thymian. Die noch dastehende Bratpfanne bringt mich auf die Idee, den Couscous noch wie eine Rösti anzubraten. Tatsächlich hält der „Teig“ ganz gut zusammen und es gibt auch eine nette Kruste. Schmeckt echt lecker.
Es folgt ein Sudoku von Lena, Schreiben des gestrigen Tages, Einlegen meiner und Lenas Wäsche im Eimer mit kaltem Seifenwasser und etwas Surfen auf dem Netz. Die Zeit vergeht rasant. Schon ist’s nach vier Uhr und wir beide machen uns ready für einen Besuch bei Jutta . Zwei andere Deutsche, Marco und Jessica sollen neben Hanna und Marie an der Tankstelle bei Mobil Guinness auf uns stossen. Macht sechs Personen, die sich dann gemeinsam in ein Taxi nach Bonapriso/New Bell quetschen. Dort angekommen finden wir auch gleich eine kleine Boutique, die uns hilft, unseren Anteil fürs Abendessen, etwas Getränke, aufzutreiben.
Es wird ein ganz gemütlicher Abend, mit feinem Essen, fast alles vegetarisch, bis auf die Linsensuppe am Anfang. Da hatte sich Jutta wirklich ziemlich ins Zeug gelegt. Auch die Gespräche sind sehr unterhaltsam und immer wieder mal wechselt man die Sprache: Des Deutschen, des Französischen und zwischendurch auch noch des Englischen bedient man sich, um auszutauschen, was man hier so macht, was man alles schon so erlebt habt und was die Pläne, Ziele und Visionen sind. Es ist etwa halb zehn als wir uns von Jutta verabschieden und uns wieder auf den Weg machen - ich mit Lena, Marco und Jessica mit einem Taxi Depot für 2’000 CFA.

Samstag, 10. September 2011

Nach einem einfachen Morgenessen, bestehend aus Tee und Orangen, klemme ich mich hinter den Mac und richte mir bei „blogger.com“, dem Blog-Dienst von Google, ein Konto ein. Lena hat ebenfalls dort schon etwas eingerichtet gehabt und meinte, es sei ziemlich leicht und einfach in der Bedienung. So wähle ich also ein Layout und ein paar Seitenelemente aus und flicke mir die ganze Sache zusammen. Als Beiträge lad ich vorerst die ersten paar Tage dieses Tagebuchs hoch. Ich weiss noch nicht genau, ob ich’s dann weiter auf diese Art lesbar machen werde. Ist aber sicher ein guter Anfang.
Das Wasserproblem ist übrigens immer noch nicht behoben. Als ich in unseren Hof heruntergehe, kommt selbst da kein Wasser. Die eine Nachbarin erklärt mir, dass z.Z. das ganze Quartier ohne Wasser sei. Sie hohle auch gleich mit ihrem Eimer was, ich solle doch gleich mitkommen. So geh ich mit ihr den Weg hoch, vorbei an der Boutique noch ein paar Meter weiter. Hier bietet sich ein lustiges Bild. Eine grosse Masse Menschen drängeln sich um etwas, was wahrscheinlich ein grosser Schlauch ist und probieren, möglichst bald ihre Eimer oder sonstigen Wassergefässe gefüllt zu kriegen. Ich soll ihr den Eimer geben, ihre Tochter sei da drin und würde ihn mir kurz auffüllen. So muss ich mich also nicht all zu sehr ins Getümmel wühlen. Den Rückweg trage ich den vollen Eimer mit der Hand im Gegensatz zur Nachbarin, die ihren Eimer auf dem Kopf trägt. Ihre Methode ist praktischer aber auch schwieriger. Ich werd das wohl auch noch lernen. Dafür muss ich aber noch ein kleines Tuch oder Kissen für auf den Kopf haben.
Wieder zu Hause kümmere ich mich weiter um den Haushalt. Abwaschen steht an und wie ich so bin putze ich dann noch die ganze Küche und räume sie schliesslich noch etwas um, so dass wir eine praktischere Kochgelegenheit mit Ablage und Gestell gleich daneben haben. Nun fehlen uns eigentlich nur noch weiter Gemüse, Gewürze und Grundnahrungsmittel um in der Küche so richtig kreativ wirken zu können. 
Lena macht sich anschliessend gleich Pfannkuchen. Sie hatte sich gestern noch Eier geholt und möchte diese jetzt verwerten. Etwas später  geht sie zu Hanna, sich duschen. Ich dagegen schreibe zuerst noch etwas Tagebuch und schaue dann noch bei der Boutique vorbei, um WC-Papier zu kaufen. Allerdings bleibe ich etwas hängen, da ich auf ein paar Nachbarn treffe. Fidèle ist hier und spendiert mir eine Cola. Weiter sind noch da: Innocent, ein Nachbar welcher direkt gegenüber unserem Eingang wohnt, sowie sein Nachbar mit seiner Schwester. Wir plaudern etwas, reden über die Unterschiede vom Leben in Kamerun und in der Schweiz und lachen viel. Im Witze reissen sind sie schon ganz gut. Zum Glück bin ich’s auch gewohnt, über mich selber lachen zu können. Innocent holt irgend einmal sein Auto und fragt mich, ob ich Lust hätte, mit ihnen gemeinsam etwas Essen zu gehen. Da mein Magen durchaus knurrt und ich gerne in ihrer Gesellschaft bin, entschliesse ich mich, einzusteigen.
Wir fahren nicht all zu weit. Nur etwa die halbe Strecke bis Mobil Guinness. Hier gelangen wir zu einem Café, wo ich mir ein Malta geben lasse. Das für den Hunger wird gegenüber bei der Strasse bestellt, gegessen wird aber trotzdem beim Café. Für mich gibt’s einfach frittierte Kartoffeln mit Chilisauce und Mayonnaise, die anderen nehmen sich ein Poulet.
Plötzlich kommt mir in den Sinn, dass Lena wahrscheinlich bald wieder nach Hause kommen wird. Da Lena immer noch kein funktionierendes Handy hat schreibe ich mal Hanna, höre aber vorerst nichts von ihr. Tatsächlich ruft uns während der Rückfahrt ein anderer Nachbar an, da Lena vor der Haustür gestrandet ist. Sie ist verständlicherweise etwas sauer und ich entschuldige mich bei ihr. Bis auf die Eingangstüre haben wir eigentlich mehrere Schlüssel von den verschiedenen Schlössern. Ein Duplikat zu machen sollte nicht so kompliziert sein. Wir müssen das möglichst bald nachholen, damit wir unabhängig voneinander ein- und ausgehen können. Ausserdem hoffe ich für Lena, dass ihr Handy bald geflickt werden kann.
Den Abend verbringe ich noch etwas mit Lesen, E-Banking, Anmeldung bei der Schweizer Botschaft hier in Kamerun per E-Mail und lesen und beantworten meiner E-Mails. Für einmal gehe ich ganz zeitig ins Bett.

Freitag, 9. September 2011

Heute kommen wir am Morgen in der Früh gut weg, d.h. für einmal wenig Regen und wenig Stau. Bei Mobil Guinness treffen wir auf Hanna, Monsieur Tagne sowie seine drei Töchter. Macht sieben, plus Taxifahrer acht, die dann gemeinsam im gleichen Auto, mehr oder wenig gequetscht, bis direkt vor die Schule reiten. Dafür sind wir dann auch gleich da und haben einen ganz guten Preis bezahlt. In der Schule grüssen wir die im Hof anwesenden Lehrer und steigen dann hoch in die Bibliothek.
Hier arbeite ich weiter am Tintin - Le crabe aux pinces d’or, d.h. mittels Wörterbuch schlage ich fortlaufend alle Wörter nach, die mir nicht absolut klar sind und notiere dann die entsprechenden Wortgleichungen als Liste auf einem A4-Papier. In der Zwischenzeit sind Lena und Hanna bereits wieder abgedüst: Wegen sanitären Problemen (Abläufe verstopft) in der Wohnung von Hanna und Marie hat die Schule einen Plombier organisiert, welcher nun die Sachen wieder i.O. machen will. Und dafür muss Hanna mit, da man Arbeiter grundsätzlich nie alleine und unbeaufsichtigt in der Wohnung arbeiten lassen sollte. Und Lena geht wegen des Französischen mit, welches für Hanna noch etwas schwierig ist.
Zur Entspannung lese ich zwischendurch einmal noch ein anderes BD, die letzte Nummer von Juan Solo. Ziemlich spirituelle Geschichte das, kein Wunder, mit Jodorowsky als Autor. Dann werde ich sehr müde und schlafe beinahe über dem Tischchen ein. Ein interessierter Schüler, Achmed sein Name, kommt in die Bibliothek und hält mich vom Dösen ab. Er ist sehr interessiert an meinem Projekt hier und informiert mich über die bevorstehende Konferenz. Ich erfahre also durch einen Schüler, dass heute ab halb zwölf erneut eine Konferenz stattfindet, diesmal die pädagogische. Hätte mich Achmed nicht darüber ins Bild gesetzt, wäre ich vielleicht einfach in der Bibliothek eingeschlafen.
Da ich nicht viel geschlafen habe empfinde ich die Sitzung als eine einzige Tortur. Tatsächlich hatte ich selten so Mühe gehabt, mich sitzend ruhig dem Geschehen zu widmen. Ich schau es als Meditationsübung an, was etwas hilft, aber halt einfach auch nur etwas. Zu Beginn der Sitzung nochmals dieselbe formale Anwesenheitsappell -Geschichte wie am Mittwoch. Anschliessend gibt es Schülerzahlen zu verdauen und einen ersten Rückblick auf die Woche. Ab der zweiten Hälfte dann verlässt uns der Principal ohne grosse Ankündigung, was durchaus zur Folge hat, dass ab dann weniger Blätter vor die Münder genommen werden. D.h. die Diskussion wird intensiver und z.T. auch etwas chaotischer. Der Diskussionsleiter hat oft Mühe die Gemüter zu beruhigen und darauf zu pochen, weiter voran zu schreiten. Drehen tut sich die Diskussion in erster Linie um Ergänzende Stunden zum Unterricht und Evaluationen: Wann, wie oft, wer und überhaupt nötig?
Endlich vorbei, gibt’s von der Schule für jedermann und jedefrau ein Sandwich und ein Getränk offeriert. Am letzten Mittwoch hatte die Schule ja stattdessen jedem Teilnehmer 1’000 CFA ausbezahlt. Ich gehe nun noch zum Vice-Principal und erkundige mich nach dem Stundenplan. Leider immer noch nichts Definitives. Ich hinterlasse ihm meine Nummer und erkläre ihm, dass ich erst wieder zur Schul käme, wenn sie das erledigt hätten.
Zusammen mit Herrn Tagne geht es in Richtung nach Hause. Nachdem er noch kurz auf dem nahegelegenen Markt ein paar Schulbücher für seine Töchter eingetauscht hat, nehmen wir ein Taxi nach Ndo(g)koti. Von da aus zu Fuss weiter bis fast zu ihm nach Hause. Ist eigentlich ein Umweg für mich, aber ich habe mich entschlossen, Lena kurz abholen zu gehen.
Wieder in den eigenen vier Wänden wird’s mit dem Wasser mittlerweile etwas ungemütlich. Oben in der Wohnung haben wir nun schon seit einigen Tagen keins mehr, und ab heute ist auch unten bei den beiden Hahnen im Hof nicht mehr all zu viel zu holen. Ich hoffe schwer, dass sich dies bald bessert. So gibt’s dann schliesslich einfach eine Dusche mit dem Eimer, wie so oft in letzter Zeit.

Donnerstag, 8. September 2011

Eigentlich wollten wir heute mit Herr Tagne an die Schule. Gestern noch hatten wir uns auf eine gemeinsame Fahrt ab Mobil Guinness, spätestens ab 7 Uhr, geeinigt. Leider ist heute morgen so intensiver Regen, dass wir nicht vor viertel vor sieben aus dem Haus können. Und dann geht’s bis zu unserer Zwischenstation auch kaum vorwärts, weil Stau. Als wir angekommen sind, hat uns Hanna bereits telefonisch vorher mitgeteilt, dass sie mit den beiden Töchtern von Herr Tagne an die Schule mitging. Wir dagegen kommen und kommen nicht weg. Weder nach Photo Golden, noch nach Ancienne Etage. Schliesslich, wohl eine Stunde später, ändern wir die Strategie und wählen Akwa, Zepol als Zwischenziel. Dann gehts auch plötzlich ganz schnell.
Im Zentrum, also in Akwa, kaufen wir bei Zepol unser Brot ein. Ausserdem will Lena noch Geld abheben gehen, um damit die Installation von Strom- und Wasserzähler für unsere Wohnung bezahlen zu können. Nun noch einmal Taxi bis Photo Golden sowie Töff bis zur Schule. Letzteres wegen dem abgehobenen Geld, welches wir dort dem einen Schulangestellten übergeben, der sich um die Sache kümmern wird.
Wieder erste Anlaufstelle: Bibliothek. Nachdem ich im Tintin die ersten Seiten von gestern erneut gelesen habe, mache ich mich auf, bei der Informatik nach Ausdruckmöglichkeiten zu suchen. Ich habe Glück. Eine junge Frau, welche anscheinend auch Informatik unterrichten wird, ist gerade dabei einen Drucker an einem ThinkPad zu installieren. Ich helfe ihr dabei und kann dann im Gegenzug am Ende ein paar Seiten des detaillierten Stoffplans der vierten und der fünften Klassen ausdrucken. Doch da ich nicht genügen Blätter hatte geh ich nun noch runter zum einen Sekretariat, wo ich mich deswegen schon vorgestern gemeldet hatte. Hier hilft mir Priscille, die eine Sekretärin, mit der ganzen Ausdruckgeschichte, so dass ich bald all meine Seiten zusammen habe. Zuletzt schau ich noch im Direktionssekretariat vorbei, wo Désiré arbeitet. Er nützt die Gelegenheit, mit mir ein wenig Englisch sprechen zu können. Dazwischen stellt er mir noch seinen Sohn vor, welcher bei ihm ist, aber ziemlich apathisch drein schaut. Er hätte gerade Malaria, mein Désiré so ein bisschen nebenbei, im Sinne von: Das wird schon wieder.
Wieder in der Bibliothek angekommen, helfen ich und Lena der Marie, die paar Seiten Tintin zu lesen und zu verstehen. Ist wirklich nicht so einfach für Sie, da ihr Wortschatz und ihr Grammatikwissen einiges kleiner ist als das von Lena und mir.
Mittlerweile ist schon wieder halb vier und wir drei machen uns langsam aber sicher auf den Heimweg. Da Lena und Hanna heute Abend noch bei einem Deutsch-Kamerunischen Zirkel in der Stadt vorbeischauen wollen, gehen wir vorerst mal zu Hanna nach Hause. Hier gibt’s ein frühes Znacht aus kalten fritierten Kochbananen von gestern und frisch fritierten, aber matschigen Süssbananen und Reis. Auf dem Balkon, wo wir essen, ist’s ganz gemütlich, da muss man sich nicht im schmutzigen Wohnzimmer ein frisches Plätzchen suchen.
Wir plaudern noch ein wenig über die Reise, welche sie mit der EEC (Eglise Evangelique de Cameroun) und der deutschen Delegation neulich unternommen haben. Fazit: Die meisten hohen Tiere dort waren fremdgehen gewöhnt, ziemlich äzend und anbaggernd. Also alles andere als sympatische Würdenträger und Seelsorger die einem, sobald man sich schroff gewehrt hatte, nur noch wie Luft behandelten. Das zumindest waren ihre Eindrücke gewesen.
Als Marie nach Hause kommt habe ich bereits kurz mit Marie-Jeanne telefoniert und ihr zu ihrem heutigen Geburtstag gratuliert. Die drei bestellen nun ein Taxi Depot, also eines, welches sie direkt vor die gewünschte Tür bringt. Kostenpunkt daher etwa fünfmal teurer: 2500 CAF soll der Spass kosten. Doch abends ist das durchaus vernünftig, so ein Taxi.
Irgendeinmal kommt dann ihr Taxi, ich bin wieder allein unterwegs und mache einen grossen Teil meines ersten Weges zu Fuss, weil ich von Mobil Guinness um diese Uhrzeit (etwa halb acht) kaum wegkomme (sehr viele Leute, kaum Taxis, grosser Stau). Schliesslich, etwa in der Hälfte des Weges erwische ich doch noch ein Taxi welches mich für den regulären Preis von 100 CFA bis Fin Goudron bringt. Zu Hause skype ich endlich wieder mit Daniela, chatte anschliessend kurz mit Wolf und schreibe dann noch diese Zeilen. 

Mittwoch, 7. September 2011

Lena und ich schlafen heute aus. Denn ich habe keinen Bock darauf, heute so früh an die Schule zu gelangen, nur um dann denn halben Morgen mit Warten zu verbringen. Also ausschlafen bis neun Uhr. Nach der Dusche und zwei Orangen im Magen geht’s los, zuerst zu Mobil Guinness, wo Hanna auf uns wartet, und dann zu dritt zur Schule. Hier steuern wir direkt die Bibliothek an. Ich mach’s mir dort gemütlich und beginne, eine Ausgabe von Tintin zu studieren. Jedes irgendwie nicht ganz klare Wort wird im bibliothekseigenen Wörterbuch Französisch-Deutsch nachgeschlagen und dann auf einer Wörterliste, auf Papier, notiert. Für später, zum Lernen. Als ich mit den ersten paar Seiten durch bin, gönn ich mir ein paar Orangen und den Rest des gestern gemachten Maniok-Couscous. Mit etwas Orangensaft übergössen eine wirklich sehr leckere Sache.
Um halb eins sei eine Schulkonferenz, meint Makarios. Pünktlich sind wir dann da, nicht aber die Schulleitung und die meisten anderen Lehrer. Schliesslich beginnt es etwa um viertel nach eins, ich glaub noch ganz ordentlich pünktlich für hier. Ironie der Geschichte: Es wird ausführlich diskutiert, wieso jetzt die Schüler z.T. noch nicht in ihren Klassen sind, z.T. zu spät kommen bzw. wieso der Unterricht bisher noch nicht so intensiv begonnen hat. Die Schüler spiegeln halt das Verhalten der Lehrer und der Schulleitung, geht es mir dabei durch den Kopf. Allerdings behalt ich diese Erkenntnis vorerst für mich, ich möchte niemanden brüskieren. Übrigens wurden zu Beginn der Sitzung alle anwesenden Angestellten vorgestellt, was ziemlich formalen Charakter hatte, etwa wie bei einer Gemeindeversammlung. Es folgen einige Vorschläge, wie man die oben erwähnten Missstände beheben könnte. Auch Makarios meldet sich, kriegt aber für seinen Vorschlag vom Principal Rüffel, wohl, weil Makarios durch das Erwähnen der Missstände die Leitung in Verlegenheit gebracht hatte. Dies jedenfalls hat man als Aussenstehender, der nicht alles ganz genau versteht, der aber auch andere Arten der Kommunikation zu lesen nützen weiss, den Eindruck. Auch hat stets der Chef das Schlusswort, und keiner würde es wagen, diesem zu widersprechen. Die Schulkonferenz beginnt und endet, da eine christliche Schule, natürlicherweise mit Gebeten und Gesängen. Doch die Freude beim Singen hält sich in Grenzen, zu europäisch und aufgesetzt erscheinen einem die musikalische Spiritualität.
Zweieinhalb Stunden später ist die Sitzung zu Ende und bald drauf nehmen wir auch schon ein Taxi zurück. Ich schlage vor, den Weg via Ndokoti zu nehmen. Was uns tatsächlich schnell zu Hause ankommen lässt. Allerdings ist’s für die Frauen in Ndokoti alles andere als angenehm. Immer wieder werden sie belästigt, angefasst, geküsst oder angehalten. Nie wieder, meint Lena. Ich verstehe sie gut, sie tun mir echt leid, die beiden.
Hanna kommt mit zu uns, da sie noch mit ihrem Freund skypen möchte.  Als wir bei Fin Goudron ankommen, gehen wir noch ein Stück weit zu Fuss zum kleinen Laden mit Brotwaren. Hier kauf ich Palm-Öl für Kerzen sowie zwei kleine Brote und einen Schoko-Berliner ein. Zu Hause dann das eine Brot mit Butter und Tartina beschmiert und als Znacht gefuttert. Während die anderen zwei nacheinander sykpen bringe ich meine Datei mit den Ausgaben auf den neuesten Stand und schreibe weiter am Tagebuch.

Dienstag, 6. September 2011

Es ist etwa 9 Uhr, als ich aus den Federn krieche. Als ich WC- und Duschzimmer betrete möchte, merke ich, dass kein Strom da ist. Wie lange dem schon so ist, kann ich nicht sagen. Ich checke den Kühlschrank, doch dort scheint alles noch ganz kalt zu sein. Nachdem ich die restlichen Krisprolls mit Butter und Tartina ihrem Schicksal zugeführt habe, hänge ich am Ständer auf dem Balkon noch Lenas Wäsche auf, die seit ihrer Abfahrt am Samstag in der Küche im Wasser eingelegt dasteht.
Nun via Ndokoti zu Photo Golden. Ich zahle zweimal zweihundert. Dafür geht’s auch ziemlich schnell. An der Schule dann erkundige ich mich bald nach dem Stundenplan. Der eine Mann aus dem Sekretariat meint, ich müsse mich an die Verhältnisse hier gewöhnen. Der Stundenplan sei schon unterwegs, ich soll einfach warten bis die zuständigen Personen dies für ich getan haben, mir nicht den Kopf zerbrechen und die Zeit anderweitig gescheit nutzen. Dies hab ich nun auch vor. Ich würde gerne die Stoffpläne drucken, die detaillierten, damit ich ein paar Grundlagen für Kommentare habe, wenn ich den Schülern in der ersten Stunde dann den Jahresplan präsentieren werde. Doch so einfach klappt das nicht mit dem Ausdruck. Zwar hab ich meinen Stick mit den Daten dabei. Doch für einen Ausdruck braucht es schon mal das Ok (le mot) des Vice-Principal. Ich gelange also zu ihm, wo ich als erstes für ihn zwei Personalienblätter, so eine Art Eintrittfragebogen ausfülle. Nicht für sein Ok, sondern lediglich für die Personalkontrolle. Sein Ok bekomme ich, er kommt auch mit zum Schulsekretariat, doch dort ist die zuständige Sekretärin nicht da. Er bittet mich zu warten, während er die zuständige Sekretärin sucht. Es dauert und dauert. Nach fast einer Stunde wird es mir zu bunt und schon will ich aufstehen und gehen. Just in diesem Moment kommt der Vice-Principal zurück und erkundigt sich nach dem Stand und ob die zuständige Sekretärin schon zurückgekommen sei. Er hat mich tatsächlich nicht vergessen, was mich wirklich staunen lässt. Doch mein Anliegen ist immer noch nicht gelöst. Auf Geheiss des Vorgesetzten lässt man jetzt mal einen Computer hochfahren. Problem ist eben: Nur die absente Sekretärin kann sich einloggen und dann ausdrucken.
Ich beschliesse nun, nicht länger hier im Sekretariat zu warten und später zurück zu kehren. Ich möchte die gestern getätigten Stichwörter zu den letzten Tagen in digitale Text umformen können. Zu diesem Zweck versuch ich’s vorerst beim Computer-Räumchen neben dem Lehrerzimmer. Am liebsten wäre mir der Ubuntu-Compi gewesen. Doch der ist schon besetzt, also wähle ich einen Windows-Compi daneben. Mein Stick wird allerding nicht angezeigt. Der mit mir im Raum arbeitende Lehrer erklärt: Die USB-Steckplätze sind grundsätzlich gesperrt, aus Angst vor Viren. Wenn ich sie benutzen möchte, solle ich mich am Besten an Cyprien von der Informatik wenden, er könne mir die Steckplätze frei schalten.
Also, neue Anpeilstation: Informatikbereich. Hier ist Cyprien so nett, mir eins von den vielen ThinkPads, welche die Schule offensichtlich gekauft oder geschenkt bekommen hat, zur Verfügung zu stellen, so dass ich zumindest mal aufm Compi mit USB-Steckplatz tippen kann. So schreib ich denn den vergangenen Mittwoch und Donnerstag mit einem ThinkPad im Informatiksaal. Neben mir kommen und gehen immer mal wieder andere Lehrer, die sich ein ThinkPad geben lassen oder sich bei Cyprien oder Michel darüber informieren möchten. Mein USB-Stick wird aber nicht angezeigt. Offenbar ist er im Mac-Format formatiert, welches Windows-Computer nicht lesen können. Das mit dem Drucken hätte also eh nicht so einfach geklappt. Nun habe ich das Problem, den geschriebenen Text nicht so einfach nach Hause nehmen zu können. Natürlich, ich könnte meinen Stick formatieren, doch dann sind darauf die Daten weg, die ich ja ausdrucken wollte. Michel ist daran, das Internet, welches der eine Server via eingebauter Modemkarte empfängt, via Router zur Verfügung zu stellen, doch die Konfigurierung dauert länger als angenommen. Und zwischendurch werde ich auch Zeuge einer eindringlichen Beratung Michels einer Schülerin, die Probleme mit Mathematik hat. Er legt ihr stark ans Herz, diszipliniert die Hausaufgaben zu machen und nicht abzulassen, dafür zu lernen. Schliesslich kann mein Problem gelöst werden. Es ist Cyprien, welcher mir erneut hilf, indem er meine Texte via anderem Stick auf seinen Laptop hievt, welcher bereits mit dem Internet verbunden ist und von wo aus er mir die ganze Geschichte von seinem Mailaccount im Browser per E-Mail schickt. 
Es ist Zeit für mich zu gehen. Marie ruft mich an, sie möchte gerne Skypen heute Abend. Falls es Strom hat, kein Problem, geb ich zur Antwort. Wieder via Ndokoti und zwei Taxis gelange ich heim, um dann feststellen zu müssen, dass die Elektrizität noch nicht zurückgekehrt ist. Mal bei Nathalie, meiner einen Nachbarin und Schwester unserer Vermieterin, nachfragen, ob sie das Problem auch hätten. 
Tatsächlich gibt es nicht nur bei mir keinen Strom mehr, sondern im ganzen Quartier. Dafür lerne ich jetzt ihre Familie im Vorhof kennen: Fréderic, der älteste, ein lauter Junge, leicht sprachbehindert, ist sofort anhänglich. Die zweite, Anna-Marie oder einfach nur Anna, wagt sich vorerst nicht all zu nahe an mich ran, nur dann aber plötzlich und ohne Vorwarnung einfach auf meinen Schoss zu klettern und an mir herum zu turnen. Und dann ist da noch die jüngste Tochter, Jasmina, welche noch etwas unbeholfen geht und mich mit grossen Augen mustert. Wir sitzen also im Vorhof, ich spiele etwas mit den beiden älteren Kindern und versuche gleichzeitig, mich ein wenig mit Nathalie austauschen zu können. Dann pfeife ich den Kindern etwas mit meinen beiden Händen vor, was Frédéric dazu bringt, seine Flöte hervor zu holen. Als ich diese auch ausprobieren darf, sind die Kinder nicht mehr zu bremsen. Zu schweizerischen und irischen Melodien, die ich auf der Flöte wiedergeben, tanzen sie im Vorhof umher und wollen immer noch mehr und auf keinen Fall, dass ich aufhöre. Es tut gut, endlich wieder mal etwas Musik machen und dabei noch Menschen zum tanzen bewegen zu können.
Ich bin wieder bei mir zu Hause, mittlerweile ist es dunkel geworden. Lena sollte erst so gegen halb zehn kommen. Bis dahin mach ich mir ein feines Znacht (Maniok-Couscous), irre etwas umher (Wasser holen, Kerzenständer suchen, den es aber schliesslich nicht gibt) und nehm dann noch ne Dusche. Kurz nachdem Lena angekommen ist hält auch der Strom wieder Einzug bei uns. Man erzählt sich die vergangenen Tag in Kurzfassungen. Offenbar haben sie, also Lena und Hanna, ziemlich viele Ecken von Kamerun besucht. Das Reisen war aber auch gerade mal das Spannendste. Häufig wurden sie, weil Volontärinnen, einfach vergessen oder auf ein Abstellgleis gestellt. Das war scheinbar ziemlich ärgerlich und zermürbend.

Montag, 5. September 2011

Es geht heute ziemlich früh los. Mit Herrn Tagne habe ich verabredet, um 6:50 bei Mobil Guinness zu sein, was ich dann auch erreiche. Ich streite beim Aussteigen mit dem Taxifahrer, welchem ich für seinen Dienst 100 CFA bezahlt habe, der normale Preis. Er will aber auf jeden Fall 200, wobei er bei mir auf harten Widerstand stösst. Ich geb’ ihm noch 50 dazu, doch er will zuerst nicht locker lassen. Erst ein anderer Kameruner kann ihm zum ablassen überreden. Stress, nicht sehr angenehm, zumal die Kameruner jeweils sehr energisch und agressiv ins Diskutieren reinpreschen. Lehre daraus: Preis beim Einsteigen ins Taxi immer zu Beginn definieren. Dann hast du in der Regel keine solche Geschichten.
Ich bin noch früher bei der Tankstelle als Herr Tagne. Endlich kommt er mit zwei seiner beiden Töchter. Die dritte und jüngste ist noch nicht dabei, da sie in die sechste (d.h. für uns die erste Oberstufe) kommt und diese erst am Dienstag ihren ersten Tag haben. Zu viert finden wir bald ein Taxi, welches uns zur „Ancienne Etage“ bringt, einem anderen Ort nahe der Schule, sozusagen eine Alternative für „Photo Golden“. Das letzte Stück geht’s zu Fuss.
An der Schule ist’s dann ziemlich ernüchternd: Noch ist kein Stundenplan für mich gemacht worden, was mich etwas ärgert. Ich mache dem APM (animateur pédagogique de matière) etwas Dampf, er soll diese Geschichte mit der Vice-Principalin regeln. Irgend einmal werd’ ich zum Warten in den Salle de prof verwiesen, hier würde ich dann später den emploie de temps (Stundenplan) erhalten. Ich warte, doch nichts passiert. Willkommen in Afrika, denk ich mir. Um zumindest etwas für mich Nützliches zu tun, beginne ich mit dem Niederschreiben von Stichwörtern für die letzten paar Tage. Zu Hause will ich dann daraus die Textfassungen, also Tagebucheinträge erstellen.
Es ist wirklich bereits halb drei Uhr, als ich das Warten satt habe, mehr oder weniger die besten Tagesstunden damit verbracht habe und mich nun endlich auf den Heimweg machen möchte. An der grösseren Strasse nahe der Schule angekommen, noch einen gebratenen Maiskolben am knabbern, will ich zuerst ein Taxi nach Mobil Guinness anheuern. Nette Leute um mich herum, sowie auch ein Taxifahrer geben mir den Rat, besser zuerst ein Taxi bis Ndokoti zu finden und von dort aus dann weiter zu schauen. Geraten, getan. Ndokoti ist ein ziemlich speizieller Ort. Hier kreuzen sich etwa sechs Strasse und eine Eisenbahn. Ausserdem gibt es hier direkt am Strassenrand unzählige Marktstände und Verkäufer, die alle ihre Schuhe, Kleider, Früchte, Gemüse und was weiss ich noch alles los werden wollen. Weiter entfernt, Richtung NdogBong finden sich auch etliche kleinere und grössere Läden, in denen z.B. Lebensmittel, Metallwaren oder Elektrogeräte ihre Käufer finden sollen.
Endlich bin ich zu Hause. Der ganze Verkehr um Feierabend ist echt keine so nette Sache, als dass man sich all zu lange darin aufhalten möchte. Es stinkt, ist laut, man kommt häufig kaum vorwärts, es wird gedrängelt, gehupt und geflucht. Manche Mopeds (die eigentlichen Kleintaxis) und sogar hie und da auch Taxis, wagen ungeniert das geisterfahren, falls es mal länger nicht vorwärts gehen sollte.
Hier bei mir zu Hause geniesse ich die Ruhe und das Alleinsein. Zum Schreiben der Tage ins Tagebuch bin ich zu müde. Stattdessen starte ich Skype und prompt melden sich schon bald Kathrine und Florian. Ich zeige ihnen meine Wohnung und erzähle etwas vom Leben hier. Am Ende geben sie mir noch zwei Internetseiten an, wo ich beliebige Kinofilme streamen und damit anschauen kann. Das probiere ich auch gleich aus. Von „Cowboys vs. Aliens“, welcher in Locarne diesen Sommer Premiere hatte, schaue ich mir den ersten Teil an. Als ich damit fertig bin, meldet sich plötzlich noch Marina. Das Gespräch ist einiges kürzer als das mit Florian und Kathrine, da es für Marina doch schon ziemlich spät wird. Ich verspreche ihr, die Wohnung beim nächsten Mal zu zeigen. Nun noch zweiter Teil des gestarteten Kinofilms, anschliessend Bettreif. Morgen werd ich nicht all zu früh aufstehen. Kaum anzunehmen, dass ich meine Klassen schon kriege und diese besuchen werde, also muss ich auch nicht in aller Herrgottsfrühe da sein.

Sonntag, 4. September 2011

Dass das mit Benutzername und Passwort nicht funktioniert, lässt mich nicht in Ruhe. Gleich nach der Morgendusche versuche ich deshalb weiter, mich einloggen zu können. Habe ich gestern noch die ganze Zeit vergeblich versucht, das Passwort zu modifizieren, weil z.T. vielleicht die Nulls auch als Oos interpretiert werden können, so versuche ich es jetzt mit leichter Veränderung des Benutzernamens. Tatsächlich ist der Fehler hier: Statt …à…, wie Armelle mir geschrieben hat, geb ich …@… ein und damit klappt’s, ich gelange in den Kundenbereich. Mit dem Modem haben wir gleichzeitig noch gratis eine Karte für einen Monat Internetbenutzung bekommen. Den Code dieser Karte geb’ ich jetzt im Kundenbereich an der entsprechenden Stelle ein, was uns dann eine Freischaltung des Internets für einen Monat bescheren sollte. Nach getaner Arbeit habe ich zuerst zwar wie vorher nur Zugriff auf die Seite von YooMee, doch nach einem Neustart des Modems ist auch das behoben. Damit können wir jetzt einen Monat lang Internet benützen. Für danach können wir dann entweder Karten für eine bestimmte Anzahl Minuten kaufen oder dann jeweils die unbegrenzte Karte für jeweils einen Monat, welche 35’000 CFA kostet. Nach diesem Modell ist daher das Internet ganz flexibel nutzbar, was ideal für unsere Bedürfnisse ist.
Als erstes schreib ich gleich ein Gratis-SMS an Daniela, damit wir heute abend skypen können. Anschliessend installiere ich mir einige für Unterricht und Sprachen-lernen nützliche Programme aus dem Netz. Vor dem Abflug noch in der Schweiz hatte ich dafür keine Zeit mehr. Auch für die Schule arbeite ich etwas vor und notiere mir einmal den Stoffplan auf Papier, da ich ja noch keinen Ausdruck davon habe und dann nächste Woche den Schülern als erstes die Jahresübersicht präsentieren werde.
Zwischendurch schneide ich mir die übrig gebliebene Ananas auf. Höchste Zeit, dass man die isst, länger hätte man nicht mehr warten sollen. Ausserdem gibt’s noch die restlichen Krisprolls mit Butter und Tartina.
Mir kommt in den Sinn, dass heute ja noch das Geburtstagsfest von Michaël ist. Also ein SMS an Marie, da sie ja auch dahin kommen wird. Just in diesem Moment klingelt mein Telefon: Marie ist’s wegen dem Fest. Manchmal hat man echt das Gefühl, dass es sowas ähnliches wie Telepathie geben muss. Item. Küche aufräumen, abwaschen und putzen.
Endlich kommt mir ein passendes Geschenk für Michaël in den Sinn: Einen USB-Stick. Mit diesen in der Hosentasche geht’s nun zuerst zur Marie, wo wir unsere Geschenke einpacken. Sie hat ihm eine Uhr gekauft. Das Geschenkpapier ist nicht ausgesprochen edel, nämlich einfach gewöhnliches Papier, aber immerhin schön beschrieben und verziert. Dann geht’s an die Party.
Ich war ja schon einmal bei der Familie Tagne und weiss wie gross die Stube ist. Marie hat Michaël gesagt, dass etwa fünfzig Leute kommen sollten. Das konnte ich mir bei der Stubengrösse schwer vorstellen. Nun ist’s aber tatsächlich so, und der grösster Teil der Gäste hat sogar eine Sitzgelegenheit. Wirklich erstaunlich, wie viele Leute in so einen Raum reinpassen. Man muss nur einfach Stuhl an Stuhl reihen und die Durchgänge eng halten.
Nach kurzem Plaudern und Spielen mit dem einen kleinen Bruder von Michaël erscheint plötzlich so etwas wie der Moderator auf dem Plan. Er hält zuerst eine kurze Rede, bevor er das Wort an den Herrn des Hauses, also Michaëls Vater weitergibt. Es fällt schnell auf: Alle Anwesenden sind äusserst fromm und gottesfürchtig, immer wieder betonen die Redner ihre Jesus-Gefolgschaft und offenbaren ihr Glaubensbekenntnis. Für Marie ist’s nicht ganz so einfach, dem Gesagten zu folgen. Ich dagegen habe für einmal kaum Mühe, was irgendwie noch ganz spannend ist. Vielleicht ist’s wegen der prophetischen Art und Weise der Rede, die nicht all zu schnell ist und mir besser vertraute Wörter verwendet.
Nach und nach kommen noch andere Darbietungen zum Zuge: Jemand, der seine Geschichte erzählt, und erläutert, was seit seiner Ausrichtung auf Gott alles anders ist. Ein anderer fragt immer wieder in die Runde, was der Grund oder besser der Sinn des eigenen Lebens ist. Marie wird auch gefragt, ich werde verschont, obwohl ich für mich eine gute Antwort gehabt hätte. 
Weitaus interessanter find ich die musikalischen Beiträge: Den anderen Anwesenden bekannte und weniger bekannte, christliche Lieder, begleitet mit einer oder zwei Guitaren. D.h. Es wird zum Teil mitgesungen, z.T. auch einfach das Dargebotene genossen.
Wieder etwas später kommt Michaël in den Mittelpunkt und wird Fragen aus der Runde ausgesetzt. Dabei wird suggeriert, dass jetzt der Zeitpunkt für uns Anwesenden sei, ihn besser kennenlernen zu können. Tatsächlich aber scheint es mehr so zu sein, dass Michaël vor seinem engeren Kreis Rechenschaft über seine Glaubensbekenntnisse abgeben muss. Sozusagen religiöser Seelenstrip. 
Etwas ungemütlich wird’s Marie uns mir gegen Ende, als jeder ein Stück Papier bekommt, wo Fragen der folgenden Art drauf sind: Ist Jesus die wichtigste Person in deinem Leben? Falls ja, seit wann? Möchtest du mehr über deine Beziehung zu Jesus erfahren? Gib uns doch deine E-Mail und deine Telefonnummer an. What? Kundenfang? Marie und ich füllen’s irgendwie aus, mit Pseudoantworten. Als Kontaktangaben kriegen sie einfach die E-Mail.
Danach gibt’s für alle ein Buffet. Als Vegetarier hab ich nicht so eine grosse Auswahl, was mich aber nicht gross stört. Michaël entschuldigt sich bei mir für die kleine Auswahl. Er ist wirklich sehr aufmerksam und hat sich schon länger eingeprägt, dass ich Vegi bin. So gibt’s für mich einfach Miondo und gebratene Kochbananen. Trinken lass ich lieber sein. Aber die Gastgeber verstehen das gut.
Nach dem Essen wird die Stube freigeräumt für Tanz. Ich wäre gerne noch etwas geblieben, möchte aber nicht zu spät zu Hause sein, damit ich genügend Zeit habe, noch mit Daniela zu skypen. Also verabschiede ich mich herzlich und bedanke mich für die tolle Gastfreundschaft. Nach etwas spazieren, Taxi und wieder bummeln bin ich zu Hause und kann endlich das erste Mal mit meiner Herzallerliebsten kommunizieren. 

Samstag, 3. September 2011

Der Vormittag ist dem Wäsche Waschen gewidmet. Mit Hilfe des Gasherds erhitze ich etwas Wasser, so dass ich dann die gestern in kaltem Waschwasser eingelegte Wäsche nochmals mit warmem Wasser waschen kann.Wir haben zum Glück einen ganz praktischen Wäscheständer, so dass ich die ganze Arbeit gut auf dem Balkon erledigen kann.
Nun geht’s in die Stadt, genauer nach Akwa, um dort bei YooMee das Modem kaufen zu gehen. Doch noch bevor ich aus dem Haus gehe, kommt ein SMS von Hanna, dass ich mich doch bitte vorher noch bei Creolink informieren soll. Gemäss Stefi, welche auch mit ihnen unterwegs ist, sei das noch billiger und schneller als YooMee. In Akwa angekommen, will ich zuerst bei YooMee wissen, ob unser Wohnort überhaupt innerhalb der Reichweite ihres Netzes ist. Dem ist so. Also weiter nach Bonanjo, wo ein Creolink-Geschäft ist. Auch hier frage ich zuerst nach der Verfügbarkeit an unserem Wohnort. Negativ. Und Mobil Guinness, wo die anderen wohnen? Auch Negativ. Damit ist der Entscheid einfach. Also zurück zu Akwa, zuerst Geld welchseln, dann Modem kaufen. Es kostet umgerechnet etwa 160 Franken, die Lena und ich aber teilen werden. 
Heimfahrt, Abladen des teuren Geräts und wider hoch zur Boutique. Hier hab ich um 16 Uhr mit La Meuf abgemacht. Gemeinsam mit ihr und einer Freundin von ihr geht es nun nach Akwa zum Mboa Come Test, welches ziemlich offensichtlich von MTN gesponsert ist. Hier trifft Akeem auf uns, ein Mitrapper von La Meuf, sehr gross uns sehr sympathisch. Wir bekommen Back-Stage-Eintritt und machen’s uns dann auf der Empore gemütlich. Auch Fidel kommt kurz vorbei, erkennt mich aber nicht, da ich die Haare geschnitten habe.
Es dauert eine Weile, bis es dann wirklich beginnt. Es sind verschiedene Beiträge, Performances, wenn man so will, die zum Besten gegeben werden. Die meisten sind Rapper, es hat aber auch Sänger und einige Tänzer darunter. Je länger es dauert, desto qualitativ besser wird es auch. La Meuf und Akeem kommen erst gegen Ende und haben einen tollen Auftritt.
Anschliessend bleiben wir nicht mehr all zu lange, obwohl noch einige Konzerte und auch Battles folgen würden. Marie war übrigens auch da, ich hab sie aber nur von oben gesehen, da sie irgendwo unten im Saal sass. Da Akeem in der Nähe von Mobil Guinness wohnt, nehmen wir zuerst ein Taxi dorthin, und dann anschliessend ein Moto bis nach Hause, dafür bis zur Boutique. Hier trinken wir noch ein Cola zusammen, dann geht jeder schlafen, obwohl eigentlich gar noch nicht so spät ist.
Nun möchte ich das Internet noch installieren. Das Modem schliesse ich an den Strom, verbinde es mit einem Ethernet-Kabel mit dem AirPort-Express und voilà, ich kann surfen. Leider klappt es nicht mit dem Einloggen bei der YooMee-Seite nicht. Irgend etwas ist am Benutzernamen oder Passwort noch falsch, welche ich per SMS von Armelle, der YooMee-Verkäuferin bekommen habe. Ich müsste mich einloggen können um ein Surfguthaben für einen Monat aufschalten zu können. Doch zu diesem Zweck haben sie uns bereits mal das Internet aufgeschaltet. Armelle meinte, dieser Dienst sollte eine halbe Stunde lang funktionieren. Doch nach einer halben Stunde hab ich immer noch Verbindung. Da es nicht abreisst, log ich mich bei Skype ein und prompt ergibt sich noch ein qualitativ sehr gutes, längeres Video-Gespräch mit Wolf. Es ist ganz schön, endlich einmal mit jemandem aus der Schweiz direkt Kommunizieren zu können. Wir tauschen uns ausführlich über Erlebtes aus, was bis nach Mitternacht dauert. 

Freitag, 2. September 2011

Da heute eine erste Lehrerkonferenz auf 8 Uhr morgens geplant war, gehe ich früher als Lena zur Schule. Gemeinsam mit Herrn Tagne fahre ich ab Mobil Guinness zur Schule, so dass wir etwa um 7 Uhr 45 dort sind. Allerdings fängt dann die Konferenz erst so gegen 10 Uhr an. Es geht in erster Linie um einen Anwesenheitscheck aller Lehrer und dauert nicht all zu lange. Bald schon schliesst man sich der entsprechenden Fachschaft an, um in dieser einige Dinge in einem separaten Zimmer zu besprechen. Ich bin folgerichtig in der Fachschaft Mathematik und Informatik, einer ziemlich grossen Fachschaft, präsidiert von Alban Tchao. Zum Teil komme ich nicht immer alles mit, denn wenn sie hier schnell und undeutlich sprechen ist’s für mich immer noch ziemlich schwierig, das Gesagt nachvollziehen zu können. Verstanden aber habe ich, dass am Ende Alban demissioniert und vorschlug, das Amt Roger zu übergeben. Dieser war anscheinend auch schon Vorsitzender der Mathematik und hatte wenig dagegen. Offiziell sollte dies aber erst bei Ernennung via Principal sein.
Es ist genau Midi, als wir mit der Fachschaftssitzung fertig sind. Nun versuche ich mit Albans Hilfe meinen Stundenplan zu bekommen. Zu diesem Zweck sollte er mit mir zur Vice-Princiaplin kommen, welche für das Untergymnasium (1er Cycle) verantwortlich ist. Aber vorerst kommt noch nichts Konkretes heraus. Ich kann auch nicht mehr all zu lange bleiben, da ja das Bankett, welches Pastor Jules mir gestern angekündigt hat, auf uns wartet.
Michel chauffiert uns, d.h. den Principal, Lena, Hanna und mich nun zum Bankett, welches an einem Hauptsitz der EEC, Eglise Evangélique du Cameroun, einer Art Villa in Meeresnähe auf einer Anhöhe, stattfindet. Hier treffen wir auf alle hohen Tiere der EEC, sowie eine Delegation der deutschen westfalischen Landeskirche. Auch Michel, Marie-Jeannes Mann ist da. Er ist ja verantwortlich für alle Bildungseinrichtungen des EEC. Es gibt schätzungsweise etwa zehn runde Tische à je etwa acht Personen. Ich werde zusammen mit Hanna, Lena und einer anderen Deutschen, Stefi, welche in einem Frauenprojekt tätig ist, an einen Tisch mit Mitgliedern der EEC zugewiesen. Wir plaudern zuerst etwas, dann gibt es die offiziellen Ansprachen. Zuerst melden sich die Gastgeber, dann die Gäste aus Westfalen. Interessant dabei finde ich in erster Linie die Simultanübersetzung eines Kameruners, welcher wirklich unglaublich gut agiert, in beide Richtungen. Der Inhalt dagegen ist blass und wenig gehaltvoll, das übliche formal-freundliche Gequatsche.
Nun soll das Essen beginnen und ein grosses Buffet zur Selbstbedienung wird eröffnet. Als Vegetarier komme ich durchaus auf meine Rechnung, wenn auch die Auswahl bedeutend kleiner ist.  Ich nehme mir zuerst einen Salatteller mit Tomaten-Feta-Salat und Weissbrot, anschliessend fülle ich einen grossen Teller mit gekochten Kartoffeln, Miondo und verschiedenen Früchte. Schmeckt alles sehr gut.
Pastor Jules muss dann gegen Ende des Essens bereits wieder gehen, da die Lehrerkonferenz weitergehen soll. Vorher sagt er mir noch, dass wir einfach fertig dejeunieren und danach neben der grossen Kirche auf die Rückkehr von Michel warten sollen. Er wird uns wieder abholen kommen.
Bei der Rückfahrt lasse ich Michel noch zu einem Geldwechsler fahren und dort für 100 Euro 65’000 CFA zu bekommen. Wieder an der Schule erfahre ich von Herrn Tchao, dass ich voraussichtlich die beiden untersten Stufen unterrichten werde. Welche Klassen kann er mir aber noch nicht sagen. 
Hanna und ich nehmen noch ein paar Orangen, dann geht zu dritt nach Akwa. Hier informieren wir uns über die Internetangebote bei MTN und YooMee. Letztere haben offensichtlich das schnellere und flexiblere Angebot, weshalb wir wohl dann mit YooMee ins Geschäft kommen werden. Ein Versuch, noch Geld bei der BICEC abzuheben, welche angibt, Maestro und Mastercard zu akzeptieren, schlägt fehl. Hier funktioniert wirklich nur Visa. Nun nehmen wir ein Taxi zu dritt bis Mobil Guinness. Ursprünglicher Verhandlungspreis 800 CFA. Da wir in den Abendverkehrsstau kommen will der Fahrer plötzlich 1’000, was mich ärgert. Ich habe aber keinen Lust, mit ihm die ganze Fahrt zu diskutieren und sage ihm, dass er uns erst einmal dorthin bringen soll. Schliesslich gebe ich ihm 900, nicht mehr und nicht weniger, was er akzeptiert.
Als Lena und ich endlich in unserem Quartier angekommen sind, treffen wir bei der Boutique auf Fidel, eine junge Frau, die uns für morgen Abend an einen Konzertabend mit Namen Mboa Come Test einladen will. Lena kann aber nicht dabei sein, da sie mit Hanna für einige Tage mit EEC-Mitgliedern und der deutschen Delegation aus Westfalen eine Tour durchs Land machen wird. Ein Telefonat mit Hanna macht ihr klar, dass sie noch heute Abend gepackt zu Hanna zurück muss. Deshalb plaudern wir nun nicht mehr all zu lange. Fidel stellt uns noch La Meuf vor, eine Rapperin, welche morgen am Mboa Come Test auftreten wird und für welche Fidel Texte geschrieben hat. La Meuf und ich tauschen unsere Handy-Nummern aus, dann geht’s nach Hause.
Nachdem Lena für die mehrtägige Reise gepackt hat, begleite ich sie noch bis zur Strasse, wo sie ein Taxi nehmen kann. Anschliessend erledige ich endlich die Geschichte mit den Haaren: Gleich beim Eingang in unser Quartier hat’s einen Coiffeur und dort lass ich mir nun die Haare und den Bart mit einem Haarschneider wegmachen.

Samstag, 10. September 2011

Donnerstag, 1. September 2011

Wieder an der Schule in New Bell angekommen, werde ich bald zu einem weiteren Gespräch mit dem Principal eingeladen. Heute habe ich die Verträge von DM dabei, die er unterschreiben soll. Ich lasse die Verträge bis zur Unterschrift bei ihm, da es doch ziemlich viel Text ist und er sich das Ganze in Ruhe anschauen möchte. Weiter eröffnet er mir, dass ich morgen Nachmittag ab 13 Uhr mit ihm zu einem Bankett eingeladen sei. Anlass ist der Besuch einer deutschen Mission, der sog. Seemannsmission, welche z.Z. auf Besuch bei ihrem Partner, der kamerunischen evangelischen Kirche ist. Mit von der Partie werden auch Lena und Hanna sein. Zuletzt komme ich noch auf meine fehlende beglaubigte Passkopie zu sprechen. Dies sei schnell geregelt, meint er und beauftragt Michel damit, mich zu den entsprechenden Ämtern zu fahren. 
Bevor wir gehen, erstellen wir hier an der Schule mit einem Farbkopierer eine farbige Kopie meines Passes, d.h. der Seite mit den Personalien und der Seite mit dem (vorerst) dreimonatigen Visum. Michel ist sowas wie der Hauswart hier, erledigt aber immer auch mal solche Dienste für den Chef. Scheinbar ist er sehr vielseitig und handwerklich geschickt. Früher hat er mal ein paar Jahre für einen Deutschen gearbeitet, was ihm fast einen Besuch in Deutschland beschert hätte. Gefehlt hätten ihm lediglich noch einige Papiere wie Ausreisebewilligungen. Dies erzählt er mir im Auto, unterwegs zum ersten Amt, wo ich die Quittung (Stempel auf der Passkopie) für die Bezahlung bekomme (1000 CFR), bevor es schliesslich zum Polizeiposten geht. Im entsprechenden Büro, mit welchem unser Principal offenbar gute Beziehungen pflegt, damit es bei seinen Anliegen auch keine grösseren Verzögerungen gibt, ist der Unterschriftsbenötigte gerade nicht da. Wir sollen jedoch Pass und Passkopie da lassen und in einer Stunde wiederkommen. Dann sei die nötige Unterschrift drauf. So geht‘s vorerst wieder zurück.
An der Schule, in der Bibliothek, helfe ich in der Zwischenzeit Makarios die ersten abgelegten Deutsch-Einstufungs-Tests zu korrigieren, was wegen der Multiple-Choice-Form schnell getan ist. Sie sind nicht gerade umwerfend beantwortet worden. Die meisten bewegten sich so im Mittelfeld.
Nachdem das mit dem zweiten Anlauf beim Polizeiposten geklappt hat und ich nun meine beglaubigte Passkopie habe, gelange ich erneut zur Bibliothek, welche sich im zweiten Stock befindet. Am anderen Ende des einen Unterrichtsgebäudes, auf demselben Stock, finde ich später den Informatikbereich, bestehend aus einem Computerraum für die Schüler und einem Büro. Hier arbeiten Cyprien, Désiré und Michel. Es sind alle drei sehr sympatische Jungs, die offfensichtlich bis zum Schulstart noch einiges an Arbeit vor sich haben, wollen sie den Computerraum bis dann auch eingerichtet haben. Ich schaue mir die Geräte etwas genauer an. Schliesslich habe ich am linguistischen Institut an der Uni Bern eine ähnliche Arbeit wie sie hier verrichtet. Das Equipement ist gar nicht so schlecht. Was dagegen auffällt ist der viele Staub und Schmutz, welcher scheinbar einfach hingenommen wird und kaum regelmässig Putzarbeiten dagegen stattfinden. Das ist aber eine generelle Eigenschaft hier in Kamerun, nicht nur an der Schule. Hier bei den Informatikgeräten ist es aber eher heikel, die Sachen zu Lange dem Staub und dem Schmutz aussetzen zu lassen. Ich bin sicher, dass regelmässiges Reinigen die Lebensdauer von einigen Geräten hier verlängern würde. Aber vielleicht ist dieses regelmässige Putzen auch eher eine Sisyphusarbeit.
Es ist noch früher Nachmittag, als Lena, Hanna und ich die Schule verlassen und gemeinsam zu Mobil Guiness fahren und dort bei Hanna und Maries Wohnung vorbeischauen. In unserem Appartement ist das Gasproblem immer noch nicht gelöst, d.h. wir haben immer noch keine Gasflasche. Noch an der Schule habe ich diesbezüglich kurz mit Makarios gesprochen. Er meinte, Michaël könne uns da bestimmt weiterhelfen. Da Michaël unweit von Hanna und Marie wohnt, rufe ich ihn einfach spontan an und frage ihn, ob er uns weiterhelfen könne. Toll, er kommt sogleich vorbei. Er schlägt uns vor, die eine Gasflasche seiner Familie zu benutzen. Mir ist dies nicht so recht, weshalb wir zuerst mal an die Hauptstrasse hoch gehen und nach einer leeren oder vollen Flasche Ausschau halten. Aber ohne Erfolg. Also doch zu seiner Familie, der Familie Tagne, wo ich seine Geschwister und seine Mutter kennenlernen darf. Es sind sehr freundliche Leute, die Kinder etwas scheu, jedoch nicht weniger interessiert und aufmerksam. Wir warten in der Stube bis das Familienoberhaupt nach Hause kommt. Als er da ist diskutieren wir auch noch das Problem des Transportes. Das einfachste wird es wohl sein, wenn Lena und ich jeweils ein Taxi bis Mobil Guiness nehmen und dann gemeinsam mit ihm und seinen beiden Töchtern in einem regelässig für uns fahrenden Taxi zur Schule gelangen. Wegen des Gases gibt Herr Tagne uns zu bedenken, dass es vor kurzem in der kamerunischen Gasraffinierie einen Unfall gegeben hätte und es deshalb einen Engpass an Gas und Flaschen gäbe. Das einfachste ist es seiner Meinung deshalb, ihre zweite Flasche zu verwenden, welche  er schon von andern Familienmitgliedern geliehen hatte, und diese mit Gas füllen zu lassen. Lena und ich willigen ein, nehmen den Heimweg in Angriff während Michaël sich mit der Flasche auf die Suche nach Gas begibt und sie dann bei uns zu Hause vorbeibringen wird.
Er hat dies ziemlich schnell erledigen können. Kaum sind Lena und ich nämlich zu Hause angekommen, da steht er auch schon vor der Tür. Wir schliessen die Flasche am Herd an und haben damit endlich alle Mittel, um Kochen zu können. Nachdem ich Michaël noch zum Tor begleitet habe beginnen wir mit unserem ersten warmen Menü: Teigwaren an einer Koriander-Tomaten-Sauce, nichts Weltbewegendes, aber dennoch ganz lecker. 

Mittwoch, 31. August 2011

Heute gelange ich das erste Mal an meine Schule, das „Collège Evangélique de New Bell“. Gemeinsam mit Lena geht es in einem Taxi (Kurzstrecke, pro Person 100 CFR, 20 Rp) zuerst bis „Mobil Guinness“. Hier trifft Hanna auf uns und zu dritt nehmen wir nochmals ein Taxi (normale Strecke, pro Person 200 CFR) bis „Photo Golden“. Hier zwischen der Hauptstrasse und der Schule ereignet sich ein sehr unangenehmes Erlebnis. Lena, welche vor mir läuft, wird plötzlich von einem an mir vorbeigehenden jungen Mann die Handtasche abgerissen. Das ganze passiert so schnell, d.h. das in Stellung bringen, Abreissen und dann Fliehen, dass wir völlig überrumpelt sind. Alle sind wir geschockt, am meisten natürlich Lena. In der Schule angekommen erzählen wir den Lehrern und Angestellten den Vorfall. Sie bedauern es sehr, erläutern dass auch die Schüler schon Opfer von solchen Diebstählen waren.  Wir müssen in Zukunft wachsamer sein, und nicht solch leicht abzureissende Taschen auf uns tragen. 
Inzwischen ist auch Makarios angekommen. Gemeinsam mit ihm geht es in die Bibliothek wo wir für ihn verschiedene Deutsch-Nivau-Tests kreieren sollen. Meine (linguistisch motivierten) Vorschläge findet er i.A. zu schwierig, er möchte eher Multiple Choise Aufgaben, mit drei Möglichkeiten, ein Wort in einen bestehenden Satz mit Lücke einzusetzen. Ich überlasse das Kreieren der Aufgaben Lena, Hanna und Makarios und begnüge mich mit dem fortlaufenden Eintippen in Makarios Laptop. Dies stellt auch gewisse Herausforderungen, zumal seine Tastatur einzelne Tasten nicht mehr erkennt. Löschen rückwärts (normales Löschen) z.B. geht nicht mehr, auch die Kommataste tut nicht mehr. Mit etwas Phantasie findet man hier aber halbwegs taugliche Workarounds.  Am Ende haben wir vier verschiedene Test in digitaler Form, so dass Makarios dann morgen diese verwenden kann.
Irgendeinmal klingelt mein Telefon, Priscille ist am Aparat. Sie ist gestern angekommen und möchten diesen Nachmittag, etwa um halb vier, an der Schule vorbeikommen.  Etwa um zwei Uhr gehen Lena und Hanna wieder. Ich verbringe die restliche Zeit mit warten. 
Kaum ist Priscille da, haben wir auch gleich die Audienz beim Rektor (principal). Er lädt uns ein auf dem Sofa Platz zu nehmen, was etwas informeller wirken soll. Priscille ist es ein Anliegen, die Bedürfnisse der Schule genau zu kennen. Sie gibt auch zu bedenken, dass von DM gesandte Lehrer immer auch die lokale Bevölkerung einer Stelle berauben. Der Rektor wiederspricht nicht, wendet aber erwartungsgemäss ein, dass für die Schule so natürlich auch Kosten gespart werden können. Und grundsätzlich begrüsst er diese Möglichkeit des Austausches und gegenseitigen Profitierens. Priscille scheint grundsätzlich skeptisch gegenüber diesem Profitieren zu sein, was sie auch offen sagt. Sie verlangt ein revidiertes Pflichtenheft für zukünftige Lehrer, welches noch mehr die Bedürfnisse der Schule berücksichtig. Zeithorizont wird auch gleich fixiert, Ende September.
Nun geht es mit ihrem Fahrer, Etienne, zu uns nach Hause, wo Lena mittlerweile schon länger angekommen ist. Priscille möchte einen kurzen Blick auf unsere Wohnung werfen können. Etienne ist ein sehr sympathischer älterer Mann, mit einer auffällig ruhigen Art. Dies drückt sich auch beim Fahren aus, was sehr angenehm ist, zumal ich in den Taxis meistens einen anderen Stil erlebe. Beide sind sie beeindruckt von der Wohnung in Ndogbong. Gemäss Priscille hat scheinbar noch kein Zivilist je so komfortabel wohnen können. Nach einigen Fotos sind wir auch schon wieder weg. Ich soll noch das CAFRAD-Zentrum kennenlernen, dort wo sie während vier Jahren gearbeitet hatte. Hier lerne ich noch Désiré und Michel kennen, neben Etienne die nächsten Freunde von ihr hier in Kamerun. Mit Désiré tausche ich die Handy-Nummer aus. Eigentlich hätte noch ein anderer Etienne zu uns stossen sollen um dann gemeinsam was Essen gehen zu können. Priscille und ich sind beide ziemlich hungrig da seit dem Morgen nichts mehr gegessen. Nach längerem Warten entschliesst sie sich, nun einfach zu viert was essen zu gehen. Der andere Etienne wird schliesslich nicht mehr auf uns treffen. Mit ihr, Etienne und Michel fahre ich zu einem Restaurant an den Hafen, direkt am Ufer. Es ist sehr einfach, man muss sich den Tisch und die Stühle selber zurecht stellen, doch es ist auch sehr ruhig und kaum beleuchtet, was ein gemütliches Ambiente gewährt. Hier wählen die anderen drei je einen Fisch aus der Gefriertruhe zum Essen aus. Für mich gibt’s einfach die Beilagen (accompagnement), konkret Miondo (Würste aus Maniok) und frittierte Kochbananen, die ich mit einer ziemlich scharfen Sauce geniesse. Als sie mich dann wieder zu Hause absetzen ist es bereits ziemlich spät, etwa 22 Uhr.

Dienstag, 30. August 2011

Ich bin schon ziemlich früh wach. Etwa um halb acht komme ich in die Stube und geniesse den Klang des Regens. Lena ist noch nirgends zu sehen. So nehm‘ ich alleine Frühstück, erneut wieder einmal Baguette, Butter und Tartine. Zum Magenfutter gibt‘s gleich noch etwas Gehirnfutter, ein kleines rotes Büchlein von einer deutschen Mission zu Kamerun. Es hat sehr gute Artikel drin, ist äusserst aktuell (Edition 2010) und wurde uns von einem Vorgänger oder einer Vorgängerin von Lena dagelassen. Darin lese ich etwas zur neueren politischen Geschichte auf dem Balkon. Irgend einmal taucht dann Lena auf. Wir plaudern etwas und planen den kommenden Tag. Es ist bereits bald schon Mittag als wir endlich nach Akwa aufbrechen. Wir wollen ein Bügeleisen, Brot und weitere Nahrungsmittel einkaufen gehen.
Heute sind die Strassen sonderbar unbelebt. Im Vergleich zu unseren Strassen zwar immer noch sehr viel Hektik und Radau, jedoch kein Vergleich zu dem, was letzte Woche war. Grund ist das Ende des Ramadans. Heute ist offiziell letzter Tag und hier in Kamerun deshalb ein Feiertag. Gestern war auch frei, sozusagen Brücke.
Sehr schnell sitzen wir in einem Taxi, welches uns direkt nach Zepol bringt. Dort kaufen wir Brot und Vanille-Berliner ein. Letztere sind ziemlich schnell wieder Geschichte. Nun kurz zu Arno, Supermarkt mit grosser Auswahl, doch uns zu teuer. Also noch etwas weiter, vorbei am Palace-Hotel, wo wir auf unseren Nachbarn treffen, welcher im gleichen Haus in der unteren Wohnung wohnt. Schliesslich gelangen wir an eine Kreuzung wo ich zum ersten Mal Ampeln sehe. Die Autos scheinen sich daran zu halten. Für die Fussgänger hat es auch rote und grüne Männchen, doch bin ich mir nicht sicher, ob die auch wirklich noch richtig funktionieren. Andere jedenfalls kümmern sich nicht wirklich um die farbigen Figuren sonder vertrauen viel eher ihren genauen Blicken und gehen, sobald es irgend möglich ist.
Bei dieser grösseren Kreuzung links abbiegend kommen wir auf der rechten Strassenseite zum Mahima, wo ich auch schon mal mit den Moukouris war. Wir vertrödeln ziemlich viel Zeit da drin. Ich bin halt auch einfach sehr neugierig zu sehen, was hier alles erhältlich ist an Produkten. Wir kaufen uns ein Dampfbügeleisen Marke Moulinex, hergestellt in China. Ich hoffe, das hält ein Jahr. Kostenpunkt 14500 CFA, also etwa 29 CHF, und liegt damit hier im mittleren Preissegment. Philipps hätt‘s auch noch gehabt, die aber deutlich teurer, wohl aber auch deutlich besser in der Qualität. Ansonsten sind alle Haushaltartikel wie Besen, Lappen, Bettbezüge etc. in eher mässiger bis schlechter Qualität erhältlich. Eine Handbürste, die ich gekauft habe, hat einen Haltestiel, welcher immer wieder herausfällt und Borsten, die die ganze Zeit verloren gehen, weil sie nicht gut fixiert wurden.
Nach dem Besuch in Mahima gehen Lena und ich getrennte Wege. Sie geht zu den anderen zwei und ich nochmals in Mahima, einfach um mir nochmals etwas Zeit zu geben, die Produkte zu studieren. Schliesslich kaufe ich mir einen spottbilligen Essig, nicht zum Konsumieren, sondern zum Putzen. Und noch ein Chilipaste, die wirklich sehr, sehr scharf ist, sowie etwas Chips.
Mir kommt der Gedanke, vielleicht mit meinem Nachbarn heimfahren zu können. Tatsächlich treffe ich vor dem Palace seine Arbeitskollegen, die alle damit beschäftigt sind, Geld zu wechseln. Aber er ist gerade nicht da. Nach etwas plaudern nehm ich mir ein Taxi. Mir wurde gesagt, zuerst zur „Ecole publique“ zu fahren und von dort aus ein Taxi nach „Ndogbong fin goudron“ zu suchen. Gesagt, getan. War ziemlich unkompliziert. Als ich am „Fin goudron“ ankam und dem Taximann einen Fünfhunderter in die Hand drückte, machte er sich sogar die Mühe, mit Hilfe der anderen Insassen mir das Wechselgeld für zweihundert herausgeben zu können.
Im Taxi kam noch ein Anruf von Michaël, sprich „Miguel“. Nachdem ich in von zu Hause aus nochmals anrief kam er schliesslich auf einen kurzen Besuch vorbei. Dabei erklärte er mir das kamerunische Schulsystem und zeigte mir auf der Karte, wo die Schule in New Bell liegt. 
Gerade als ich ihn verabschieden will kommt Lena nach Hause. Sie meint, dass wir morgen um sieben bei den anderen zwei sein sollten, damit wir dann sicher vor acht an die Schule gelangen. Es folgt ein gemütlicher Abend, bei welchem Lena sich noch einen Film reinzieht und ich erste Vorbereitungen auf dem Mac für den Unterricht mache: Dateisystem anlegen, Vorlagen für Dateiablage erstellen und Start mit Übersetzung des Kapitels „Primzahlen und Teilbarkeit“, dem Lektionsthema am Anfand des Schuljahres für die 6e (erste Oberstufe). Zuletzt noch heute und gestern notiert.

Montag, 29. August 2011

Erneut etwas länger geschlafen. Ich glaub es ist bereits 11 Uhr, als ich aus der Dusche komme. Lena ist schon seit einiger Zeit in der Stube am Lesen. Scheinbar müssen wir heute noch nicht zur Schule, denn Makarios hat uns in der Früh nicht angerufen. Gestern haben wir noch kurz mit ihm telefoniert, und er wusste gar nicht so genau, ob heute Feiertag ist oder nicht. Falls nicht wolle er sich in der Früh melden, damit wir nicht zu spät an die Schule kommen. Nun sind wir zu Hause und warten irgendwie auf ein Telefon welches nicht klingelt. Sollte Makarios uns nicht doch noch anrufen? Um doch noch was Gescheites aus dem Tag zu machen melden wir uns dann bei den anderen zwei Frauen. Sie wollen nach Deido gehen um dort Fleisch einkaufen zu können. Da ich noch nie in diesem Stadtteil war entschliesse ich mich, mit Lena und den anderen zwei dorthin mitzugehen.
Wir sitzen also bald in einem Taxi, welches uns nach „mobil guiness“ bringt. Von dort aus geht‘s ein paar Minuten zu Fuss durch eine Strasse, die mehr einer Teich-Anlage als einem Weg gleicht. Mit geschicktem Ausweichen an den Rand der Strasse schaffen wir‘s dennoch, trockenen Fusses beim Blockhaus anzukommen, wo die anderen zwei wohnen. Ich bin das erste Mal hier bei Marie und Hanna. Nach etlichen Treppen gelangen wir zum Wohnungseingang, der eigentlich erst mal auf den Balkon führt. Erst in einem zweiten Schritt kommt man in die Wohnung. Es ist noch nicht so gemütlich eingerichtet. Scheinbar mussten sie ziemlich lange und ausgiebig die Wohnung putzen, bevor sie die in Betrieb nehmen konnten. Ihre Vorgänger aus Deutschland haben ihnen da ein sehr unangenehmes Erbe hinterlassen: Kakerlaken und schimmlige Toilettenwände en masse. Vor allem, wenn man bedenkt, dass sich hier schon nach einigen Tage so viel Schimmel und Viecher ansammeln wie bei uns in ein paar Wochen. Alles lebt in diesem feuchten Klima irgendwie schneller, bewegter und wilder.
Bald sind wir wieder aus der Wohnung, gemeinsam in einem Taxi, unterwegs nach Deido. Da die Fleischerei aber zu ist, stellt sich die Frage wo man stattdessen hingehen soll. Der Taxifahrer und ich haben vorher einen Supermarkt gesehen. Er will uns dorthin bringen, dafür aber den doppelten Preis berechnen. Dazu habe ich keine Lust. Da ich die Strecke rückwärts wiederfinden werde und es ausserdem nicht sehr weit zu Fuss ist, steige ich einfach aus. Die etwas irritierten Frauen folgen mir, sind jedoch noch nicht sicher, ob ich sie wirklich auch zum Supermarkt führen kann. Im „EcoMarket“ plaudere ich etwas mit der Fleisch- und Käseverkäuferin. Sie haben sogar offenen Käse (unter anderem französischen Emmentaler), was mich doch etwas überrascht. Hier finde ich Sojamilch-Pulver, Manjokmehl und Krisproll-ähnliche Trockenbrote.
Marie und Hanna gehen weiter nach Akwa, wollen dann später aber noch bei uns vorbei schauen. Sie kennen Couscous noch nicht kalt angerührt und möchten gerne etwas vom Rest, den wir noch haben, probieren kommen. Lena und ich gehen schon mal nach Hause. Ein paar hundert Meter vor „fin goudron“ steige ich aus und kauf uns noch zwei Ananas. Lena geht dafür noch wenig Brot kaufen. Zu Hause versinken wir dann bis zum Besuch hinter Laptops (Abrechnung) und Büchern. Marie und Hanna bleiben nicht all zu lange. Gemeinsam studieren wir kurz die Karte und probieren doch noch etwas Couscous. Für Marie und Lena ist der Couscous zu zwieblig. Tatsächlich ist die rohen Zwiebel da drin ziemlich scharf. Für Hanna und mich dagegen ist das egal, es schmeckt uns ganz gut.

Sonntag, 28. August 2011

Noch einmal richtig ausgeschlafen, heute. Kein Wunder, habe ich doch von den Vorbereitungstagen noch in der Schweiz ein ziemliches Schlafmanko. Das ist nun fast behoben. Es ist etwa elf Uhr, als ich geduscht aus meinem Zimmer der Lena im Wohnzimmer erscheine. Sie ist am Lesen. Ich mach mir ein paar leckre Brote mit Tartina bevor ich mich auf den Weg zum Quartierladen mache um 6 PET-Flaschen Wasser und ein Malta für Lena zu kaufen. Im Laden dann wieder ein paar Gespräche mit meinen Nachbarn, alles Männer, die auf ein paar Biers dort sitzen. Ich treffe wieder auf einen jungen Mann, einen Nachbarn, der mit seiner Familie in der Primarschule neben uns wohnt und zu dieser schaut. Ich hab ihn gestern kennen gelernt und er hat mir kurz die Schule gezeigt.
Wieder zu Hause schlage ich Lena vor, heute mal so richtig die Wohnung zu putzen. Mir ist‘s mittlerweile zu schmutzig. Es waren in den letzten Tagen noch mal hie und da die Vermieterin mit Arbeitern da um letzte Sanierungen zu machen. So bauten sie z.B. noch in alle Fenster Moskitonetze ein, so dass wir stets mit offenen Fenstern wohnen können. Auch musste noch ein Wandriss verspachtelt, die WC-Spülung ausgewechselt, und ein Wand- sowie ein Vorhanggestell montiert werden. Diese letzten Arbeiten gingen gestern zu Ende, so dass es Sinn macht, heute überall zu putzen. Ich gehe mit Besen durch alle Zimmer sowie Balkon und Treppe. Lena übernimmt die Küche. Schliesslich nehme ich noch alles nass auf, danach ist die Wohnung endlich wohnlich. Draussen auf der Treppe und beim Vorplatz schrubbe ich weiter, doch mit mässiger Geschwindigkeit: Der Schrubber ist einfach zu klein. Der Nachbar unter mir schaut mir dabei zu und heisst dann seine Frau mir einen kleinen, effizienteren Handfeger überreichen. Damit geht‘s wirklich viel zackiger.
Wieder in der sauberen Wohnung essen wir das restliche Ratatouille mit etwas Couscous und Zitronensaft angereichert. Ausserdem holt Lena noch „Maniokschlangen“, in Bananenblätter eingehülltes, gekochtes Maniok-Etwas, welches ziemlich unapetitlich säuerlich riecht, aber dann ganz nett süss-säuerlich bis fast neutral schmeckt. Ich jedenfalls find‘s ganz in Ordnung. Einzig die oft mitgekochten, harten Gemüseteile sind etwas unangenehm, da man sie meist erst beim Draufbeissen bemerkt und dann rausnehmen muss.
Nun räume ich noch endlich den Koffer richtig aus und fülle Einbauschrank, Kleiderschrank und den einen Tisch, welchen ich nun noch in mein Zimmer reingestellt habe, mit meiner Ware. Damit sieht‘s auch hier endlich richtig gemütlich aus. Jetzt ist‘s bereits sehr spät. Das AirPortExtreme-Gerät wird noch kurz in Betrieb genommen, jedenfalls soweit ich‘s konfigurieren kann. Internet gibt‘s ja noch nicht. Dann notiere ich mit meinem Mac noch die ersten beiden Tage, d.h. Donnerstag und Freitag, so dass ich dann später was für mich und meine Lieben habe. Anschliessend schlüpfe ich geduscht ins frisch angezogene Bett.

Samstag, 27. August 2011

Der Morgen ist ein einziger Dauerregen. Selten hab ich‘s so intensiv und gleichzeitig lange erlebt. Erst um ein Uhr lassen die Schauer nach. Lena und ich hatten gemeinsam gemütlich das Morgenessen genommen: Dunkles Brot mit Avocado und etwas Salz. Und zum Nachtisch gleiches Brot mit Tartina. 
Ich lese im Reiseführer zu Kamerun ein paar Seiten über die Geschichte Kameruns, die Zeit, als deutsche und andere Missionare hier waren. Die Bibelübersetzungen, die sie gemacht haben, sind schon ziemlich beeindruckend. Linguistisch gesehen ist dies doch eine sehr aufwändige Sache. Auch interessant ist, dass die Missionare oft in offener Feindschaft mit den deutschen staatlichen Beamten agierten. D.h. sie hatten sich wohl schnell auf die Seite der Einwohner gestellt und diese in ihrem Recht unterstützt.
Nun will ich noch meine Prepaid-Karte aufladen. Hab ich zwar gestern bei diesem Haker noch gemacht, das hat aber nicht geklappt. So hab ich mein erstes Geld in den Sand gesetzt. War allerdings auch nicht wirklich so viel. Gerade mal 1000 CAF waren‘s, was etwa 2 Fr. entspricht.
Ich mach mich also auf zu einem „Regenschirm an der Strasse“, wie Lena es nannte, um dort Orange-Kredit zu bekommen. Doch soweit komme ich gar nicht. Ich treffe Guy Bertrand, welcher mir erklärt, dass das auch beim kleinen Laden, noch vor dem Regenschirm an der Strasse, geht. Dort gibt es die wichtigsten Wasch- und Lebensmittel, ausser Brot, dafür muss man noch ein paar Meter weiter gehen. Hier beim Quartierladen treffe ich auf erste Gesichter in meiner direkten Nachbarschaft. Ich sage artig hallo und ich habe den Eindruck, dass sie mich ganz aufrichtig willkommen heissen. Das mit dem Aufladen klappt auch bestens. Diesmal kontrolliere ich noch mit einer Kreditabfrage bei Orange.
Etwas später mache ich mich auf den Weg alleine in die Stadt. Gestern noch habe ich Marie-Jeanne ein SMS geschrieben. Sie hat mich eingeladen, heute bei ihr vorbeizuschauen und mit ihr ein paar Sachen einkaufen zu gehen.
Noch bevor ich ein Taxi nach „radio equinox“ in Akwa nehmen kann, kommt mir Makarios entgegen. Ich erläutere ihm kurz meine Absicht, worauf er meint, besser vorher anrufen. Mache ich, klappt aber nicht. Nehme trotzdem ein Taxi, welches alsbald schnell gefüllt wird, alles andere Leute die ebenfalls nach Akwa wollen. Angekommen ruf ich Marie-Jeanne an. Ihr Mann, ein Kameruner, nimmt ab und weist mir den Weg zu ihrem roten Haus. Es sind nur ein paar Hundert Meter zu Fuss. Ich gelange in ihre Wohnung, wo sofort klar wird, dass hier Geld vorhanden ist: drei Laptops mit Internetzugang laufen irgendwo in einer Stube, welche reich bemöbelt ist. Ich plaudere mit ihrem Mann und erläutere meine Einkaufsliste. Modem für Internet hätte ich gerne, ausserdem noch Putzmaterial.
So geht‘s dann gemeinsam auf Einkaufstour. Mit grossem Auto, einem Off-Roader, vor welchem alle ziemlich Respekt zu haben scheinen. Die Ausfahrt wird uns übrigens von einem Portier geöffnet. Die YooMee-Verkaufstelle hat nicht mehr offen, da bereits Nachmittags um halb vier. Modem muss ich mir also ein andermal besorgen. Nun gehts noch in LeaderPrice, ziemlich europäisch anmutender Supermarkt, entsprechend auch die Preise. Ich kaufe mir ein paar Sachen zum Putzen: Wollwaschmittel, Abwaschmittel, WC-Putzmittel, Lappen, Handtücher, Abfallsäcke und Stahlwatte. Und Couscous, Gemüsebouillon, Sonnenblumenöl sowie Oliven für einen Couscous-Salat. Nach dem LeaderPrice-Besuch kaufen wir noch bei einem Marktstand direkt daneben. Etwas Gemüse und Früchte dürfen es sein, d.h. Avocados, Zitronen, Orangen, Zwiebeln, Knoblauch und Koreander. Beim Aufschreiben der Preise merke ich schon, dass hier alles viel zu überrissen ist. Die Avocado hab ich gestern etwa fünfmal billiger bekommen. Macht wohl der Standort gleich beim LeaderPrice aus. Nun noch zu Mahima, einem anderen, etwas billigerem Supermarkt. Hier bekomme ich noch einen Eimer, einen Bodenputzlappen, und -besen, ein Bäseli, ein Türvorsteher bzw. Fussmatte und ein paar Kleiderbügel. Nun hab ich das Wichtigste zusammen.
Wieder zurück im roten Haus habe ich die Möglichkeit, meine E-Mails zu checken. Ich schreibe Rebekka und Beat zurück und kontaktiere ausserdem Priscille um ihr meine Handy-Nummer geben zu können. Nach einem kurzen Apéro auf dem Dach des Hauses, von wo man eine schöne Aussicht über ganz Akwa hat und wo ich erfahre, dass Michel, Marie-Jeannes Mann der Chef von meinem Rektor ist, fahren sie mich nach Hause. Es gelingt mir nicht mehr ganz, den Rückweg sicher anzugeben. Doch ich kann mich trotzdem gut orientieren. Als wir mit Makarios Hilfe am Telefon endlich an die Stelle mit der abrupten Linkskurve gelangen, kann ich mir nun auch im Kopf den Weg von Akwa zu mir „abspeichern“. Marie-Jeanne und Michel kommen noch kurz hoch, gehen dann aber bald nach Hause, denn mittlerweile ist auch schon etwa neun Uhr.
Es folgen noch etwas Diskussionen mit Lena übers Geld und die gemeinsame Beteiligung. Scheinbar muss sie sehr auf‘s Geld und Ausgeben achten und protokolliert auch alles, was sie ausgibt, für die Organisation. Sie hat eigentlich einen guten, sparsamen Umgang und ich entscheide mich, die Ausgaben etwas ihr anzupassen und auch die Idee vom Protokollieren zu übernehmen. Heute hab ich nämlich für ihre Verhältnisse doch ziemlich viel Geld ausgegeben. Vorerst weiss ich noch nicht, wie genau mir dann die Kost von der Organisation übernommen wird. Entweder kommt jeweils jemand vorbei, oder ich kann dann einfach in ein Restaurant essen gehen. Zum Glück kommt Priscille bald und regelt das für mich.
Lena erzählt noch, dass in der Zwischenzeit noch Makarios, die anderen Frauen mit Mikaël sowie Nathalie da waren, alle gestaffelt. Nathalie ist unsere Nachbarin und hat uns freundlicherweise feines Essen gebracht, für Lena Fisch und für uns beide Gemüseeintopf, so eine Art Ratatouille. Letzteres gibt‘s jetzt noch als Abendessen, halt einfach kalt, da Gasfalsche immer noch fehlt. 

Freitag, 26. August 2011

Nach gemütlichem Ausschlafen trifft bald schon Makarios ein. Es ist etwa 11 Uhr, ziemlich regnerisch. Wir wollen zu dritt nach Akwa, einem Quartier im Zentrum, um ein paar Dinge erledigen zu können. Ich brauche hiesiges Geld, eine SIM-Karte und einen Regenschirm. Lena braucht ein neues Handy, da sie ihres bereits verloren hatte. Mir Makarios Auto geht es zum centre culturel français, was nicht etwa das Zentrum bedeutet, sondern die ganze Strasse, beziehungsweise die ganze nähere Gegend, beim Zentrum. Orte in der Stadt werden generell nicht nach den Strassennamen benannt, sondern nach auffälligen Gebäuden, Tankstellen oder bestimmten wichtigen Dienstleistungs- bzw. Firmenstandorten. 
Bald haben wir Orange hinter uns. Lenas Handy hat sich allerdings zu Hause dann als nicht voll funktionstüchtig erwiesen, d.h. Anrufer kann sie zwar hören, diese aber nicht sie. Und ich musste mein Handy, welches ich von Richard erhalten hatte, noch „entfesseln“ gehen, da es von Swisscom irgendwie noch gesimlockt war. Dauerte jedoch ziemlich schnell, der Hack, und kostete gerade mal 3000 CAF (etwa 6 CHF), irgendwo in einer kleine Seitenstrasse in einer kleinen Mobiltelefonbude.
Mit Makarios gehe ich in eine Bank, Geld wechseln. Der Kurs für den Euro ist konstant, da CAF an den Euro gebunden ist. Für 100 Euro bekomme ich 65600 CAF. Damit habe ich mein erstes hiesiges Geld, womit ich mir gleich einen Regenschirm kaufe. Das ist hier in der Regenzeit einfach Pflicht, niemand geht raus, ohne seinen Regenschirm. Manchmal hat‘s echt wie aus Kübeln gegossen. Selbst mit Regenschirm ist es dann nicht mehr so lustig. Lena hat in der Zwischenzeit übrigens noch Essen und Putzmaterial für unseren Haushalt gekauft. 
Damit beladen geht‘s nun wieder heimwärts. Als wir zu Hause ankommen werden wir auf dem letzten Stück zu Fuss fast durchtränkt nass, trotz Regenschirm, so fest haut es runter. Wir mampfen etwas Brot mit Tartina, etwas Nutella-ähnliches, jedoch nicht weniger lecker - statt Haselnuss einfach mit Erdnuss.
Um sechs wollen die zwei anderen Deutschen Frauen mit Mikaël, einem Sohn eines Biologielehrers der Schule, vorbeikommen. Es wird natürlich später. Erst gegen acht trudeln die drei ein. Und auch noch ohne versprochenes Essen. Das bedeutet, dass wir nach draussen gehen müssen, was für uns kaufen. Gaskochherd haben wir zwar schon, aber noch keine Gasflasche. Haben wir irgendwie vergessen in der ganzen Aufregung in Akwa. Manuel rät uns, nicht all zu spät zurück zu gehen. Was heisst „spät“? - möchte ich von ihm wissen. Halb zehn, spätestens zehn wieder zurück - mein er. Damit bleibt uns eigentlich gar nicht viel Zeit. Wir schlendern etwas entlang der nächsten asphaltierten Strasse, finden aber nicht warmes. Schlussendlich habe ich mir eine Avocado und vier LaVacheQuiRit gekauft. Hanna und Marie wollen nichts, sie gehen zurück, dort was essen. Lena und ich kauen zu Hause nochmals Brot, wirklich ein leckres, dunkles, mit Tartina, Avocado und LaVacheQuiRit, bevor wir beide wieder todmüde ins Bett kippen, nicht jedoch ohne vorher geduscht zu haben.

Donnerstag, 25. August 2011

Nachdem ich von meinen mich begleitenden Seelen, Daniela, Marianne und Beni, sehr herzlich verabschiedet wurde, war ich plötzlich alleine unterwegs. Doch nicht für all zu lange Zeit. Denn bald schon kam der Anruf von Priscille, die mich daran erinnerte, dass Marie-Jeanne ebenfalls auf demselben Flug sei. Nachdem ich beim Terminal E52 angekommen war und noch ein paar Wort mit einem Kameruner aus dem Westen in Englisch austauschte, fand mich die Dame und verweilte mit mir bis zum Eintritt in das Flugzeug.
Der Flug war kurzweilig. Neben mir war zuerst ein Mann, welcher aber noch vor dem Start von einem leicht nervös wirkenden Steward gebeten wurde, mit ihm zu gehen. Er kam nicht wieder, den Grund hab ich nicht erfahren. So kam es, dass ich alleine und mit Fensterplatz die Reise von Zürich bis Duala durchqueren konnte. Es war schon höchst faszinierend. Wann immer möglich, d.h. wann es wolkenlos war, schaute ich hinaus auf die wunderschöne Erde unter mir. So erblickte ich unsere Alpen, vom Fronalpstock bis zum Monte Generi, die Pooebene, Korsika und Sardinien, Algerien und endlich die Sahara. Es war unglaublich beeindruckend, diese Landschaft da unter an uns vorbeiziehen zu sehen. Als es unter uns wieder grüner wurde, nahmen auch die Wolken und daher die schlechte Sicht zu. Nach Verlassen von Nigeria sah ich eigentlich nicht mehr viel von der Landschaft unter mir. Erst kurz vor Aufsetzen in Duala konnte man wieder etwas sehen. Ortszeit 18:??. Kamerun liegt in derselben Zeitzone wie die Schweiz, hat aber keine Sommerzeit. Umso besser, so hätte ich es ja auch gerne in der Schweiz. Diese Tatsache kommt mir also entgegen.
Die ersten Eindrücke sind berauschend: Tropisches Klima, alles einfach nur schwarze Leute um mich (bis auf Marie-Jeanne) und viele neue Gerüche. Alles erinnerte mich an Kuba, hier sind diese drei Eigenschaften jedoch in noch etwas extremerer Form gegeben. 
Beim Ausreisen können Marie-Jeanne und ich einfach passieren, während die Beamten bei den meisten anderen kurz in die Koffer schauen wollen. Meine Begleiterin wird von ihrem Mann abgeholt. Sie gibt mir noch ihre Karte, damit ich sie bald anrufen kann. Kurz vorher hat Makarios uns erspäht. Er hilft mir, mein Gepäck zu seinem Auto zu bringen. Dort angelangt ruft er eine der drei Deutschen an, die mit ihm zum Flughafen gekommen sind, auf Deutsch, denn er hat mal einige Jahre dort gelebt. Eigentlich wollten sie mich mit ihm abholen, aber er hat sie irgendwie abgehängt. So erlebe ich also die erste Fahrt mit einem Auto in Kamerun. Vorne Makarios und ich, hinten die drei jungen Volontärinnen aus Deutschland: Lena, Marie und Hanna. Mit ersterer sollte ich gemeinsam logieren. Vorbei an drei Staukreuzungen gelangen wir endlich ins Ndogbong-Viertel. Bei der abrupten Linkskurve, die die Strasse nimmt (fin goudron), sind wir fast da. Letztes Stück ist zu Fuss zu gehen, entlang einem Gehweg, welcher als halb Strasse und halb Bach daherkommt.
Makarios, Marie und Hanna verabschieden sich, nachdem wir noch gemeinsam die Moskitonetze aufgehängt haben. Mein Zimmer hat rosa Wände und eine schöne Sicht auf grüne Gründe, ein grosses Krankenhaus und die umliegenden Viertel. Jetzt nur noch duschen und ins Bett.