Samstag, 10. September 2011

Donnerstag, 25. August 2011

Nachdem ich von meinen mich begleitenden Seelen, Daniela, Marianne und Beni, sehr herzlich verabschiedet wurde, war ich plötzlich alleine unterwegs. Doch nicht für all zu lange Zeit. Denn bald schon kam der Anruf von Priscille, die mich daran erinnerte, dass Marie-Jeanne ebenfalls auf demselben Flug sei. Nachdem ich beim Terminal E52 angekommen war und noch ein paar Wort mit einem Kameruner aus dem Westen in Englisch austauschte, fand mich die Dame und verweilte mit mir bis zum Eintritt in das Flugzeug.
Der Flug war kurzweilig. Neben mir war zuerst ein Mann, welcher aber noch vor dem Start von einem leicht nervös wirkenden Steward gebeten wurde, mit ihm zu gehen. Er kam nicht wieder, den Grund hab ich nicht erfahren. So kam es, dass ich alleine und mit Fensterplatz die Reise von Zürich bis Duala durchqueren konnte. Es war schon höchst faszinierend. Wann immer möglich, d.h. wann es wolkenlos war, schaute ich hinaus auf die wunderschöne Erde unter mir. So erblickte ich unsere Alpen, vom Fronalpstock bis zum Monte Generi, die Pooebene, Korsika und Sardinien, Algerien und endlich die Sahara. Es war unglaublich beeindruckend, diese Landschaft da unter an uns vorbeiziehen zu sehen. Als es unter uns wieder grüner wurde, nahmen auch die Wolken und daher die schlechte Sicht zu. Nach Verlassen von Nigeria sah ich eigentlich nicht mehr viel von der Landschaft unter mir. Erst kurz vor Aufsetzen in Duala konnte man wieder etwas sehen. Ortszeit 18:??. Kamerun liegt in derselben Zeitzone wie die Schweiz, hat aber keine Sommerzeit. Umso besser, so hätte ich es ja auch gerne in der Schweiz. Diese Tatsache kommt mir also entgegen.
Die ersten Eindrücke sind berauschend: Tropisches Klima, alles einfach nur schwarze Leute um mich (bis auf Marie-Jeanne) und viele neue Gerüche. Alles erinnerte mich an Kuba, hier sind diese drei Eigenschaften jedoch in noch etwas extremerer Form gegeben. 
Beim Ausreisen können Marie-Jeanne und ich einfach passieren, während die Beamten bei den meisten anderen kurz in die Koffer schauen wollen. Meine Begleiterin wird von ihrem Mann abgeholt. Sie gibt mir noch ihre Karte, damit ich sie bald anrufen kann. Kurz vorher hat Makarios uns erspäht. Er hilft mir, mein Gepäck zu seinem Auto zu bringen. Dort angelangt ruft er eine der drei Deutschen an, die mit ihm zum Flughafen gekommen sind, auf Deutsch, denn er hat mal einige Jahre dort gelebt. Eigentlich wollten sie mich mit ihm abholen, aber er hat sie irgendwie abgehängt. So erlebe ich also die erste Fahrt mit einem Auto in Kamerun. Vorne Makarios und ich, hinten die drei jungen Volontärinnen aus Deutschland: Lena, Marie und Hanna. Mit ersterer sollte ich gemeinsam logieren. Vorbei an drei Staukreuzungen gelangen wir endlich ins Ndogbong-Viertel. Bei der abrupten Linkskurve, die die Strasse nimmt (fin goudron), sind wir fast da. Letztes Stück ist zu Fuss zu gehen, entlang einem Gehweg, welcher als halb Strasse und halb Bach daherkommt.
Makarios, Marie und Hanna verabschieden sich, nachdem wir noch gemeinsam die Moskitonetze aufgehängt haben. Mein Zimmer hat rosa Wände und eine schöne Sicht auf grüne Gründe, ein grosses Krankenhaus und die umliegenden Viertel. Jetzt nur noch duschen und ins Bett.