Samstag, 10. September 2011

Montag, 29. August 2011

Erneut etwas länger geschlafen. Ich glaub es ist bereits 11 Uhr, als ich aus der Dusche komme. Lena ist schon seit einiger Zeit in der Stube am Lesen. Scheinbar müssen wir heute noch nicht zur Schule, denn Makarios hat uns in der Früh nicht angerufen. Gestern haben wir noch kurz mit ihm telefoniert, und er wusste gar nicht so genau, ob heute Feiertag ist oder nicht. Falls nicht wolle er sich in der Früh melden, damit wir nicht zu spät an die Schule kommen. Nun sind wir zu Hause und warten irgendwie auf ein Telefon welches nicht klingelt. Sollte Makarios uns nicht doch noch anrufen? Um doch noch was Gescheites aus dem Tag zu machen melden wir uns dann bei den anderen zwei Frauen. Sie wollen nach Deido gehen um dort Fleisch einkaufen zu können. Da ich noch nie in diesem Stadtteil war entschliesse ich mich, mit Lena und den anderen zwei dorthin mitzugehen.
Wir sitzen also bald in einem Taxi, welches uns nach „mobil guiness“ bringt. Von dort aus geht‘s ein paar Minuten zu Fuss durch eine Strasse, die mehr einer Teich-Anlage als einem Weg gleicht. Mit geschicktem Ausweichen an den Rand der Strasse schaffen wir‘s dennoch, trockenen Fusses beim Blockhaus anzukommen, wo die anderen zwei wohnen. Ich bin das erste Mal hier bei Marie und Hanna. Nach etlichen Treppen gelangen wir zum Wohnungseingang, der eigentlich erst mal auf den Balkon führt. Erst in einem zweiten Schritt kommt man in die Wohnung. Es ist noch nicht so gemütlich eingerichtet. Scheinbar mussten sie ziemlich lange und ausgiebig die Wohnung putzen, bevor sie die in Betrieb nehmen konnten. Ihre Vorgänger aus Deutschland haben ihnen da ein sehr unangenehmes Erbe hinterlassen: Kakerlaken und schimmlige Toilettenwände en masse. Vor allem, wenn man bedenkt, dass sich hier schon nach einigen Tage so viel Schimmel und Viecher ansammeln wie bei uns in ein paar Wochen. Alles lebt in diesem feuchten Klima irgendwie schneller, bewegter und wilder.
Bald sind wir wieder aus der Wohnung, gemeinsam in einem Taxi, unterwegs nach Deido. Da die Fleischerei aber zu ist, stellt sich die Frage wo man stattdessen hingehen soll. Der Taxifahrer und ich haben vorher einen Supermarkt gesehen. Er will uns dorthin bringen, dafür aber den doppelten Preis berechnen. Dazu habe ich keine Lust. Da ich die Strecke rückwärts wiederfinden werde und es ausserdem nicht sehr weit zu Fuss ist, steige ich einfach aus. Die etwas irritierten Frauen folgen mir, sind jedoch noch nicht sicher, ob ich sie wirklich auch zum Supermarkt führen kann. Im „EcoMarket“ plaudere ich etwas mit der Fleisch- und Käseverkäuferin. Sie haben sogar offenen Käse (unter anderem französischen Emmentaler), was mich doch etwas überrascht. Hier finde ich Sojamilch-Pulver, Manjokmehl und Krisproll-ähnliche Trockenbrote.
Marie und Hanna gehen weiter nach Akwa, wollen dann später aber noch bei uns vorbei schauen. Sie kennen Couscous noch nicht kalt angerührt und möchten gerne etwas vom Rest, den wir noch haben, probieren kommen. Lena und ich gehen schon mal nach Hause. Ein paar hundert Meter vor „fin goudron“ steige ich aus und kauf uns noch zwei Ananas. Lena geht dafür noch wenig Brot kaufen. Zu Hause versinken wir dann bis zum Besuch hinter Laptops (Abrechnung) und Büchern. Marie und Hanna bleiben nicht all zu lange. Gemeinsam studieren wir kurz die Karte und probieren doch noch etwas Couscous. Für Marie und Lena ist der Couscous zu zwieblig. Tatsächlich ist die rohen Zwiebel da drin ziemlich scharf. Für Hanna und mich dagegen ist das egal, es schmeckt uns ganz gut.