Montag, 12. September 2011

Freitag, 2. September 2011

Da heute eine erste Lehrerkonferenz auf 8 Uhr morgens geplant war, gehe ich früher als Lena zur Schule. Gemeinsam mit Herrn Tagne fahre ich ab Mobil Guinness zur Schule, so dass wir etwa um 7 Uhr 45 dort sind. Allerdings fängt dann die Konferenz erst so gegen 10 Uhr an. Es geht in erster Linie um einen Anwesenheitscheck aller Lehrer und dauert nicht all zu lange. Bald schon schliesst man sich der entsprechenden Fachschaft an, um in dieser einige Dinge in einem separaten Zimmer zu besprechen. Ich bin folgerichtig in der Fachschaft Mathematik und Informatik, einer ziemlich grossen Fachschaft, präsidiert von Alban Tchao. Zum Teil komme ich nicht immer alles mit, denn wenn sie hier schnell und undeutlich sprechen ist’s für mich immer noch ziemlich schwierig, das Gesagt nachvollziehen zu können. Verstanden aber habe ich, dass am Ende Alban demissioniert und vorschlug, das Amt Roger zu übergeben. Dieser war anscheinend auch schon Vorsitzender der Mathematik und hatte wenig dagegen. Offiziell sollte dies aber erst bei Ernennung via Principal sein.
Es ist genau Midi, als wir mit der Fachschaftssitzung fertig sind. Nun versuche ich mit Albans Hilfe meinen Stundenplan zu bekommen. Zu diesem Zweck sollte er mit mir zur Vice-Princiaplin kommen, welche für das Untergymnasium (1er Cycle) verantwortlich ist. Aber vorerst kommt noch nichts Konkretes heraus. Ich kann auch nicht mehr all zu lange bleiben, da ja das Bankett, welches Pastor Jules mir gestern angekündigt hat, auf uns wartet.
Michel chauffiert uns, d.h. den Principal, Lena, Hanna und mich nun zum Bankett, welches an einem Hauptsitz der EEC, Eglise Evangélique du Cameroun, einer Art Villa in Meeresnähe auf einer Anhöhe, stattfindet. Hier treffen wir auf alle hohen Tiere der EEC, sowie eine Delegation der deutschen westfalischen Landeskirche. Auch Michel, Marie-Jeannes Mann ist da. Er ist ja verantwortlich für alle Bildungseinrichtungen des EEC. Es gibt schätzungsweise etwa zehn runde Tische à je etwa acht Personen. Ich werde zusammen mit Hanna, Lena und einer anderen Deutschen, Stefi, welche in einem Frauenprojekt tätig ist, an einen Tisch mit Mitgliedern der EEC zugewiesen. Wir plaudern zuerst etwas, dann gibt es die offiziellen Ansprachen. Zuerst melden sich die Gastgeber, dann die Gäste aus Westfalen. Interessant dabei finde ich in erster Linie die Simultanübersetzung eines Kameruners, welcher wirklich unglaublich gut agiert, in beide Richtungen. Der Inhalt dagegen ist blass und wenig gehaltvoll, das übliche formal-freundliche Gequatsche.
Nun soll das Essen beginnen und ein grosses Buffet zur Selbstbedienung wird eröffnet. Als Vegetarier komme ich durchaus auf meine Rechnung, wenn auch die Auswahl bedeutend kleiner ist.  Ich nehme mir zuerst einen Salatteller mit Tomaten-Feta-Salat und Weissbrot, anschliessend fülle ich einen grossen Teller mit gekochten Kartoffeln, Miondo und verschiedenen Früchte. Schmeckt alles sehr gut.
Pastor Jules muss dann gegen Ende des Essens bereits wieder gehen, da die Lehrerkonferenz weitergehen soll. Vorher sagt er mir noch, dass wir einfach fertig dejeunieren und danach neben der grossen Kirche auf die Rückkehr von Michel warten sollen. Er wird uns wieder abholen kommen.
Bei der Rückfahrt lasse ich Michel noch zu einem Geldwechsler fahren und dort für 100 Euro 65’000 CFA zu bekommen. Wieder an der Schule erfahre ich von Herrn Tchao, dass ich voraussichtlich die beiden untersten Stufen unterrichten werde. Welche Klassen kann er mir aber noch nicht sagen. 
Hanna und ich nehmen noch ein paar Orangen, dann geht zu dritt nach Akwa. Hier informieren wir uns über die Internetangebote bei MTN und YooMee. Letztere haben offensichtlich das schnellere und flexiblere Angebot, weshalb wir wohl dann mit YooMee ins Geschäft kommen werden. Ein Versuch, noch Geld bei der BICEC abzuheben, welche angibt, Maestro und Mastercard zu akzeptieren, schlägt fehl. Hier funktioniert wirklich nur Visa. Nun nehmen wir ein Taxi zu dritt bis Mobil Guinness. Ursprünglicher Verhandlungspreis 800 CFA. Da wir in den Abendverkehrsstau kommen will der Fahrer plötzlich 1’000, was mich ärgert. Ich habe aber keinen Lust, mit ihm die ganze Fahrt zu diskutieren und sage ihm, dass er uns erst einmal dorthin bringen soll. Schliesslich gebe ich ihm 900, nicht mehr und nicht weniger, was er akzeptiert.
Als Lena und ich endlich in unserem Quartier angekommen sind, treffen wir bei der Boutique auf Fidel, eine junge Frau, die uns für morgen Abend an einen Konzertabend mit Namen Mboa Come Test einladen will. Lena kann aber nicht dabei sein, da sie mit Hanna für einige Tage mit EEC-Mitgliedern und der deutschen Delegation aus Westfalen eine Tour durchs Land machen wird. Ein Telefonat mit Hanna macht ihr klar, dass sie noch heute Abend gepackt zu Hanna zurück muss. Deshalb plaudern wir nun nicht mehr all zu lange. Fidel stellt uns noch La Meuf vor, eine Rapperin, welche morgen am Mboa Come Test auftreten wird und für welche Fidel Texte geschrieben hat. La Meuf und ich tauschen unsere Handy-Nummern aus, dann geht’s nach Hause.
Nachdem Lena für die mehrtägige Reise gepackt hat, begleite ich sie noch bis zur Strasse, wo sie ein Taxi nehmen kann. Anschliessend erledige ich endlich die Geschichte mit den Haaren: Gleich beim Eingang in unser Quartier hat’s einen Coiffeur und dort lass ich mir nun die Haare und den Bart mit einem Haarschneider wegmachen.