Nach gemütlichem Ausschlafen trifft bald schon Makarios ein. Es ist etwa 11 Uhr, ziemlich regnerisch. Wir wollen zu dritt nach Akwa, einem Quartier im Zentrum, um ein paar Dinge erledigen zu können. Ich brauche hiesiges Geld, eine SIM-Karte und einen Regenschirm. Lena braucht ein neues Handy, da sie ihres bereits verloren hatte. Mir Makarios Auto geht es zum centre culturel français, was nicht etwa das Zentrum bedeutet, sondern die ganze Strasse, beziehungsweise die ganze nähere Gegend, beim Zentrum. Orte in der Stadt werden generell nicht nach den Strassennamen benannt, sondern nach auffälligen Gebäuden, Tankstellen oder bestimmten wichtigen Dienstleistungs- bzw. Firmenstandorten.
Bald haben wir Orange hinter uns. Lenas Handy hat sich allerdings zu Hause dann als nicht voll funktionstüchtig erwiesen, d.h. Anrufer kann sie zwar hören, diese aber nicht sie. Und ich musste mein Handy, welches ich von Richard erhalten hatte, noch „entfesseln“ gehen, da es von Swisscom irgendwie noch gesimlockt war. Dauerte jedoch ziemlich schnell, der Hack, und kostete gerade mal 3000 CAF (etwa 6 CHF), irgendwo in einer kleine Seitenstrasse in einer kleinen Mobiltelefonbude.
Mit Makarios gehe ich in eine Bank, Geld wechseln. Der Kurs für den Euro ist konstant, da CAF an den Euro gebunden ist. Für 100 Euro bekomme ich 65600 CAF. Damit habe ich mein erstes hiesiges Geld, womit ich mir gleich einen Regenschirm kaufe. Das ist hier in der Regenzeit einfach Pflicht, niemand geht raus, ohne seinen Regenschirm. Manchmal hat‘s echt wie aus Kübeln gegossen. Selbst mit Regenschirm ist es dann nicht mehr so lustig. Lena hat in der Zwischenzeit übrigens noch Essen und Putzmaterial für unseren Haushalt gekauft.
Damit beladen geht‘s nun wieder heimwärts. Als wir zu Hause ankommen werden wir auf dem letzten Stück zu Fuss fast durchtränkt nass, trotz Regenschirm, so fest haut es runter. Wir mampfen etwas Brot mit Tartina, etwas Nutella-ähnliches, jedoch nicht weniger lecker - statt Haselnuss einfach mit Erdnuss.
Um sechs wollen die zwei anderen Deutschen Frauen mit Mikaël, einem Sohn eines Biologielehrers der Schule, vorbeikommen. Es wird natürlich später. Erst gegen acht trudeln die drei ein. Und auch noch ohne versprochenes Essen. Das bedeutet, dass wir nach draussen gehen müssen, was für uns kaufen. Gaskochherd haben wir zwar schon, aber noch keine Gasflasche. Haben wir irgendwie vergessen in der ganzen Aufregung in Akwa. Manuel rät uns, nicht all zu spät zurück zu gehen. Was heisst „spät“? - möchte ich von ihm wissen. Halb zehn, spätestens zehn wieder zurück - mein er. Damit bleibt uns eigentlich gar nicht viel Zeit. Wir schlendern etwas entlang der nächsten asphaltierten Strasse, finden aber nicht warmes. Schlussendlich habe ich mir eine Avocado und vier LaVacheQuiRit gekauft. Hanna und Marie wollen nichts, sie gehen zurück, dort was essen. Lena und ich kauen zu Hause nochmals Brot, wirklich ein leckres, dunkles, mit Tartina, Avocado und LaVacheQuiRit, bevor wir beide wieder todmüde ins Bett kippen, nicht jedoch ohne vorher geduscht zu haben.