Montag, 12. September 2011

Freitag, 9. September 2011

Heute kommen wir am Morgen in der Früh gut weg, d.h. für einmal wenig Regen und wenig Stau. Bei Mobil Guinness treffen wir auf Hanna, Monsieur Tagne sowie seine drei Töchter. Macht sieben, plus Taxifahrer acht, die dann gemeinsam im gleichen Auto, mehr oder wenig gequetscht, bis direkt vor die Schule reiten. Dafür sind wir dann auch gleich da und haben einen ganz guten Preis bezahlt. In der Schule grüssen wir die im Hof anwesenden Lehrer und steigen dann hoch in die Bibliothek.
Hier arbeite ich weiter am Tintin - Le crabe aux pinces d’or, d.h. mittels Wörterbuch schlage ich fortlaufend alle Wörter nach, die mir nicht absolut klar sind und notiere dann die entsprechenden Wortgleichungen als Liste auf einem A4-Papier. In der Zwischenzeit sind Lena und Hanna bereits wieder abgedüst: Wegen sanitären Problemen (Abläufe verstopft) in der Wohnung von Hanna und Marie hat die Schule einen Plombier organisiert, welcher nun die Sachen wieder i.O. machen will. Und dafür muss Hanna mit, da man Arbeiter grundsätzlich nie alleine und unbeaufsichtigt in der Wohnung arbeiten lassen sollte. Und Lena geht wegen des Französischen mit, welches für Hanna noch etwas schwierig ist.
Zur Entspannung lese ich zwischendurch einmal noch ein anderes BD, die letzte Nummer von Juan Solo. Ziemlich spirituelle Geschichte das, kein Wunder, mit Jodorowsky als Autor. Dann werde ich sehr müde und schlafe beinahe über dem Tischchen ein. Ein interessierter Schüler, Achmed sein Name, kommt in die Bibliothek und hält mich vom Dösen ab. Er ist sehr interessiert an meinem Projekt hier und informiert mich über die bevorstehende Konferenz. Ich erfahre also durch einen Schüler, dass heute ab halb zwölf erneut eine Konferenz stattfindet, diesmal die pädagogische. Hätte mich Achmed nicht darüber ins Bild gesetzt, wäre ich vielleicht einfach in der Bibliothek eingeschlafen.
Da ich nicht viel geschlafen habe empfinde ich die Sitzung als eine einzige Tortur. Tatsächlich hatte ich selten so Mühe gehabt, mich sitzend ruhig dem Geschehen zu widmen. Ich schau es als Meditationsübung an, was etwas hilft, aber halt einfach auch nur etwas. Zu Beginn der Sitzung nochmals dieselbe formale Anwesenheitsappell -Geschichte wie am Mittwoch. Anschliessend gibt es Schülerzahlen zu verdauen und einen ersten Rückblick auf die Woche. Ab der zweiten Hälfte dann verlässt uns der Principal ohne grosse Ankündigung, was durchaus zur Folge hat, dass ab dann weniger Blätter vor die Münder genommen werden. D.h. die Diskussion wird intensiver und z.T. auch etwas chaotischer. Der Diskussionsleiter hat oft Mühe die Gemüter zu beruhigen und darauf zu pochen, weiter voran zu schreiten. Drehen tut sich die Diskussion in erster Linie um Ergänzende Stunden zum Unterricht und Evaluationen: Wann, wie oft, wer und überhaupt nötig?
Endlich vorbei, gibt’s von der Schule für jedermann und jedefrau ein Sandwich und ein Getränk offeriert. Am letzten Mittwoch hatte die Schule ja stattdessen jedem Teilnehmer 1’000 CFA ausbezahlt. Ich gehe nun noch zum Vice-Principal und erkundige mich nach dem Stundenplan. Leider immer noch nichts Definitives. Ich hinterlasse ihm meine Nummer und erkläre ihm, dass ich erst wieder zur Schul käme, wenn sie das erledigt hätten.
Zusammen mit Herrn Tagne geht es in Richtung nach Hause. Nachdem er noch kurz auf dem nahegelegenen Markt ein paar Schulbücher für seine Töchter eingetauscht hat, nehmen wir ein Taxi nach Ndo(g)koti. Von da aus zu Fuss weiter bis fast zu ihm nach Hause. Ist eigentlich ein Umweg für mich, aber ich habe mich entschlossen, Lena kurz abholen zu gehen.
Wieder in den eigenen vier Wänden wird’s mit dem Wasser mittlerweile etwas ungemütlich. Oben in der Wohnung haben wir nun schon seit einigen Tagen keins mehr, und ab heute ist auch unten bei den beiden Hahnen im Hof nicht mehr all zu viel zu holen. Ich hoffe schwer, dass sich dies bald bessert. So gibt’s dann schliesslich einfach eine Dusche mit dem Eimer, wie so oft in letzter Zeit.