Montag, 12. September 2011

Mittwoch, 7. September 2011

Lena und ich schlafen heute aus. Denn ich habe keinen Bock darauf, heute so früh an die Schule zu gelangen, nur um dann denn halben Morgen mit Warten zu verbringen. Also ausschlafen bis neun Uhr. Nach der Dusche und zwei Orangen im Magen geht’s los, zuerst zu Mobil Guinness, wo Hanna auf uns wartet, und dann zu dritt zur Schule. Hier steuern wir direkt die Bibliothek an. Ich mach’s mir dort gemütlich und beginne, eine Ausgabe von Tintin zu studieren. Jedes irgendwie nicht ganz klare Wort wird im bibliothekseigenen Wörterbuch Französisch-Deutsch nachgeschlagen und dann auf einer Wörterliste, auf Papier, notiert. Für später, zum Lernen. Als ich mit den ersten paar Seiten durch bin, gönn ich mir ein paar Orangen und den Rest des gestern gemachten Maniok-Couscous. Mit etwas Orangensaft übergössen eine wirklich sehr leckere Sache.
Um halb eins sei eine Schulkonferenz, meint Makarios. Pünktlich sind wir dann da, nicht aber die Schulleitung und die meisten anderen Lehrer. Schliesslich beginnt es etwa um viertel nach eins, ich glaub noch ganz ordentlich pünktlich für hier. Ironie der Geschichte: Es wird ausführlich diskutiert, wieso jetzt die Schüler z.T. noch nicht in ihren Klassen sind, z.T. zu spät kommen bzw. wieso der Unterricht bisher noch nicht so intensiv begonnen hat. Die Schüler spiegeln halt das Verhalten der Lehrer und der Schulleitung, geht es mir dabei durch den Kopf. Allerdings behalt ich diese Erkenntnis vorerst für mich, ich möchte niemanden brüskieren. Übrigens wurden zu Beginn der Sitzung alle anwesenden Angestellten vorgestellt, was ziemlich formalen Charakter hatte, etwa wie bei einer Gemeindeversammlung. Es folgen einige Vorschläge, wie man die oben erwähnten Missstände beheben könnte. Auch Makarios meldet sich, kriegt aber für seinen Vorschlag vom Principal Rüffel, wohl, weil Makarios durch das Erwähnen der Missstände die Leitung in Verlegenheit gebracht hatte. Dies jedenfalls hat man als Aussenstehender, der nicht alles ganz genau versteht, der aber auch andere Arten der Kommunikation zu lesen nützen weiss, den Eindruck. Auch hat stets der Chef das Schlusswort, und keiner würde es wagen, diesem zu widersprechen. Die Schulkonferenz beginnt und endet, da eine christliche Schule, natürlicherweise mit Gebeten und Gesängen. Doch die Freude beim Singen hält sich in Grenzen, zu europäisch und aufgesetzt erscheinen einem die musikalische Spiritualität.
Zweieinhalb Stunden später ist die Sitzung zu Ende und bald drauf nehmen wir auch schon ein Taxi zurück. Ich schlage vor, den Weg via Ndokoti zu nehmen. Was uns tatsächlich schnell zu Hause ankommen lässt. Allerdings ist’s für die Frauen in Ndokoti alles andere als angenehm. Immer wieder werden sie belästigt, angefasst, geküsst oder angehalten. Nie wieder, meint Lena. Ich verstehe sie gut, sie tun mir echt leid, die beiden.
Hanna kommt mit zu uns, da sie noch mit ihrem Freund skypen möchte.  Als wir bei Fin Goudron ankommen, gehen wir noch ein Stück weit zu Fuss zum kleinen Laden mit Brotwaren. Hier kauf ich Palm-Öl für Kerzen sowie zwei kleine Brote und einen Schoko-Berliner ein. Zu Hause dann das eine Brot mit Butter und Tartina beschmiert und als Znacht gefuttert. Während die anderen zwei nacheinander sykpen bringe ich meine Datei mit den Ausgaben auf den neuesten Stand und schreibe weiter am Tagebuch.