Nach einem einfachen Morgenessen, bestehend aus Tee und Orangen, klemme ich mich hinter den Mac und richte mir bei „blogger.com“, dem Blog-Dienst von Google, ein Konto ein. Lena hat ebenfalls dort schon etwas eingerichtet gehabt und meinte, es sei ziemlich leicht und einfach in der Bedienung. So wähle ich also ein Layout und ein paar Seitenelemente aus und flicke mir die ganze Sache zusammen. Als Beiträge lad ich vorerst die ersten paar Tage dieses Tagebuchs hoch. Ich weiss noch nicht genau, ob ich’s dann weiter auf diese Art lesbar machen werde. Ist aber sicher ein guter Anfang.
Das Wasserproblem ist übrigens immer noch nicht behoben. Als ich in unseren Hof heruntergehe, kommt selbst da kein Wasser. Die eine Nachbarin erklärt mir, dass z.Z. das ganze Quartier ohne Wasser sei. Sie hohle auch gleich mit ihrem Eimer was, ich solle doch gleich mitkommen. So geh ich mit ihr den Weg hoch, vorbei an der Boutique noch ein paar Meter weiter. Hier bietet sich ein lustiges Bild. Eine grosse Masse Menschen drängeln sich um etwas, was wahrscheinlich ein grosser Schlauch ist und probieren, möglichst bald ihre Eimer oder sonstigen Wassergefässe gefüllt zu kriegen. Ich soll ihr den Eimer geben, ihre Tochter sei da drin und würde ihn mir kurz auffüllen. So muss ich mich also nicht all zu sehr ins Getümmel wühlen. Den Rückweg trage ich den vollen Eimer mit der Hand im Gegensatz zur Nachbarin, die ihren Eimer auf dem Kopf trägt. Ihre Methode ist praktischer aber auch schwieriger. Ich werd das wohl auch noch lernen. Dafür muss ich aber noch ein kleines Tuch oder Kissen für auf den Kopf haben.
Wieder zu Hause kümmere ich mich weiter um den Haushalt. Abwaschen steht an und wie ich so bin putze ich dann noch die ganze Küche und räume sie schliesslich noch etwas um, so dass wir eine praktischere Kochgelegenheit mit Ablage und Gestell gleich daneben haben. Nun fehlen uns eigentlich nur noch weiter Gemüse, Gewürze und Grundnahrungsmittel um in der Küche so richtig kreativ wirken zu können.
Lena macht sich anschliessend gleich Pfannkuchen. Sie hatte sich gestern noch Eier geholt und möchte diese jetzt verwerten. Etwas später geht sie zu Hanna, sich duschen. Ich dagegen schreibe zuerst noch etwas Tagebuch und schaue dann noch bei der Boutique vorbei, um WC-Papier zu kaufen. Allerdings bleibe ich etwas hängen, da ich auf ein paar Nachbarn treffe. Fidèle ist hier und spendiert mir eine Cola. Weiter sind noch da: Innocent, ein Nachbar welcher direkt gegenüber unserem Eingang wohnt, sowie sein Nachbar mit seiner Schwester. Wir plaudern etwas, reden über die Unterschiede vom Leben in Kamerun und in der Schweiz und lachen viel. Im Witze reissen sind sie schon ganz gut. Zum Glück bin ich’s auch gewohnt, über mich selber lachen zu können. Innocent holt irgend einmal sein Auto und fragt mich, ob ich Lust hätte, mit ihnen gemeinsam etwas Essen zu gehen. Da mein Magen durchaus knurrt und ich gerne in ihrer Gesellschaft bin, entschliesse ich mich, einzusteigen.
Wir fahren nicht all zu weit. Nur etwa die halbe Strecke bis Mobil Guinness. Hier gelangen wir zu einem Café, wo ich mir ein Malta geben lasse. Das für den Hunger wird gegenüber bei der Strasse bestellt, gegessen wird aber trotzdem beim Café. Für mich gibt’s einfach frittierte Kartoffeln mit Chilisauce und Mayonnaise, die anderen nehmen sich ein Poulet.
Plötzlich kommt mir in den Sinn, dass Lena wahrscheinlich bald wieder nach Hause kommen wird. Da Lena immer noch kein funktionierendes Handy hat schreibe ich mal Hanna, höre aber vorerst nichts von ihr. Tatsächlich ruft uns während der Rückfahrt ein anderer Nachbar an, da Lena vor der Haustür gestrandet ist. Sie ist verständlicherweise etwas sauer und ich entschuldige mich bei ihr. Bis auf die Eingangstüre haben wir eigentlich mehrere Schlüssel von den verschiedenen Schlössern. Ein Duplikat zu machen sollte nicht so kompliziert sein. Wir müssen das möglichst bald nachholen, damit wir unabhängig voneinander ein- und ausgehen können. Ausserdem hoffe ich für Lena, dass ihr Handy bald geflickt werden kann.
Den Abend verbringe ich noch etwas mit Lesen, E-Banking, Anmeldung bei der Schweizer Botschaft hier in Kamerun per E-Mail und lesen und beantworten meiner E-Mails. Für einmal gehe ich ganz zeitig ins Bett.